Euro im Vorteil gegenüber US-Dollar
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 14. Juli 2010, 12:00 Uhr
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Der positive Start in die Berichtssaison verhilft EUR/USD zu einem erneuten Sprung über die 1,27er Marke. Zudem stimmen die Konjunkturdaten aus Europa offensichtlich positiver, als jene aus den USA.
Guter Start in die Berichtssaison unterstützt Euro
Schon gestern sorgten die Zahlen des Aluminiumproduzenten Alcoa für gute Stimmung an den Börsen. Heute übertraf Chip-Hersteller Intel dann mit seinen Quartalsergebnissen die Erwartungen und sorgte für weitere Gewinne an den asiatischen Börsen.
Die freudige Stimmung an den Aktienmärkten kommt aktuell allerdings einmal mehr nur der europäischen Einheitswährung zugute.
Schwache US-Daten belasten den USD
Der USD wird überdies von schwachen US-Daten belastet.
So ist das US-Handelsbilanzdefizit im Mai auf ein 18-Monatshoch gestiegen. Das Passivsaldo im Mai erhöhte sich auf 46,05 Milliarden US-Dollar, nach 44,17 Milliarden US-Dollar im April. Im bilateralen Handel verzeichnete das US-Defizit gegenüber China mit 22,28 Milliarden US-Dollar das höchste Defizit seit Oktober 2009.
Für heute werden weitere wichtige US-Konjunkturdaten erwartet. Neben dem Index der Importpreise und dem Beige Book der FED, stehen besonders die US-Einzelhandelsdaten im Fokus. Die Einzelhandelsumsätze erwiesen sich zwar von Oktober 2009 bis einschließlich April 2010 als positiv, doch für Mai wurde schließlich ein Minus von 1,2% ausgewiesen. Die Erwartungen gehen nun im besten Falle von einer Stagnation gegenüber dem Vormonat aus - sollte es allerdings zu einem weiteren deutlich Rückgang kommen, dürfte dies den USD noch weiter unter Druck setzen. Alles in allem fehlt es (nicht zuletzt, da die Importpreise stark von den Ölpreisen abhängen) an inflationären Impulsen.
Europa - positive Daten überwiegen
Nun gab es aus Europa zwar nicht nur positives zu vermelden (ZEW-Konjunkturerwartungen: Rückgang von 28,7 auf 21,2; Moody's setzt das Rating von Portugal auf A1 herunter), doch offensichtlich überwiegen die positiven Aspekte, wenn es um die Einheitswährung geht.
Zum einen platzierte Griechenland erfolgreich eine 6-monatige Schatzanweisung und zum anderen ist die EU-Industrieproduktion im Mai, zwar mit nachlassender Dynamik in der Eurozone, aber immerhin weiter angestiegen. Wie Eurostat bekannt gab, stieg die Industrieproduktion der Eurozone saisonbereinigt um 0,9% gegenüber dem Vormonat, nach ebenfalls 0,9% im April. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg der bereinigten Fertigungsmenge um 9,4%, nach 9,6% im Vormonat. Für die EU27 ergibt sich ein Anstieg von 1% gegenüber dem Vormonat, nach 0,5% im April. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus 8,7%, nach 8% im Vormonat.
Alles in allem unterstützen die robusteren EU-Daten, ebenso wie die gute Stimmung an den Aktienmärkten die Einheitswährung, während erneute Sorgen bezüglich der US-Konjunktur den USD belasten.
EUR/USD notiert aktuell bei 1,2714, nach 1,2737 in der Spitze gestern Abend. Die nächste wichtige Widerstandszone ergibt sich im Bereich um 1,2745/50. Sollte diese Marke nach oben durchbrochen werden können, besteht weiteres Aufwärtstrendpotenzial in Richtung der 1,2850/80 und schließlich sogar bis 1,3000. Unterstützungen finden sich im Bereich um 1,2680/1,2700 und 1,2521/25.
Quelle: CFX-Trader
