Euro/Dollar auf dem Sprung
Axel Retz in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 31. August 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Guten Morgen, verehrte Leserinnen und Leser!
Es war schon faszinierend, dem Euro/Dollar-Kurs beim Fallen zuzusehen, während in den USA Kredite und Hedge-Fonds Hand in Hand unter Druck gerieten und alle Welt nach Zinssenkungen schrie ... während unsere EZB sich auf der anderen Seite eisern (und vernünftig) zeigte und auch jetzt keine Anstalten macht, von ihrem festen Kurs abzuweichen.
In den Anleihe- und Aktienmärkten wurden auf Verdacht gleich mehrere Zinssenkungen der US-Notenbank eingepreist, die die bislang noch bestehende Zinsdifferenz zwischen Dollar und Euro nahezu tilgen würde. Vor allem, wenn die EZB an ihrer bislang gehegten Absicht festhält, den europäischen Leitzins erneut anzuheben.
Hinzu kam, dass das Vertrauen in den Dollar, letztlich für die Tendenzen am Devisenmarkt ein sehr entscheidender Faktor, durch diese von den USA ausgehenden Turbulenzen noch mehr erschüttert wurde. Und, nicht zu vergessen, dass ein gestiegener Yen erste, faktische Fluchtbewegungen heraus aus den Carry-Trades auslöste, was automatisch den Druck auf den Dollar hätte erhöhen müssen.
Die Konsequenz aus alledem war: Der Dollar stieg zum Euro – und nicht mal wenig! Sprich: Es passierte genau das Gegenteil dessen, was die Faktenlage hätte erwarten lassen. Warum?
Es ist nun nicht das erste Mal, dass an den Börsen genau das Gegenteil dessen passiert, was logisch wäre. Das liegt in der Regel daran, dass sich die Akteure blitzschnell in der erwarteten Richtung positionieren. Der Anteil derer, die Long in Euro/Dollar waren, war einfach zu groß – es kam keine ausreichende Nachfrage mehr auf. Die ersten Akteure lösten, da nichts mehr voranging, die Long-Positionen auf ... und schufen dadurch charttechnische Fakten.
Die Charts: