Euro: die Entspannung ist schon wieder vorüber
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 13. Januar 2012, 17:00 Uhr
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wichtige Wirtschaftsveröffentlichungen bestimmten gestern das Geschehen an den Märkten. Die Arbeitslosenzahlen aus den USA stiegen wieder an, kaum dass die Weihnachts-Shoppingsaison vorüber ist. Das ist ebenso wenig ein gutes Zeichen für die USA wie die der schwächer als erwartet ausgefallene Einzelhandelsumsatz. Ohne den weiterhin boomenden PKW-Absatz wären die Einzelhandelsumsätze im Dezember sogar um 0,2% gefallen. Es sieht also danach aus, als ob am Black Friday tatsächlich Schnäppchenkäufe vorgezogen worden sind, die dann im Dezember bei den Einkäufen fehlten. Diese Enttäuschungen schickten die Indizes erst einmal auf Talfahrt, wovon sie sich aber im Verlauf des Abends wieder erholen konnten.
Zu den wichtigen Ereignissen des gestrigen Tages gehörten auch die Sitzungen der EZB und der englischen Notenbank. Kurz zusammengefasst: Nichts wirklich Neues von dieser Seite. Die Zinsen bleiben vorerst auf ihrem niedrigen Niveau, doch die weitere wirtschaftliche Entwicklung wird mit Argusaugen betrachtet. Solange die Inflation aufgrund der geringen Umlaufgeschwindigkeit der Geldmenge (Stichwort: Kreditklemme) auf dem relativ geringen Niveau bleibt, werden die Notenbanken stützen, wo sie nur können.
Erste Anleiheauktionen verliefen erfolgreich
So ist es auch nicht allzu überraschend gewesen, dass die Anleiheauktionen Italiens und Spaniens erfolgreich über die Bühne gingen. Die Renditen lagen endlich wieder auf tieferem Niveau, sodass diese große Sorge der Marktteilnehmer erst einmal gedämpft wurde. Doch angesichts der riesigen Summen, die in den kommenden Monaten von dieser Seite noch auf die Märkte zukommen, kann ich hier noch keine dauerhafte Entwarnung geben.
Das Problem zeigte sich bereits am heutigen Tag, als Italien erneut Anleihen an den Markt brachte. Die Auktion lief lange nicht so gut wie am Vortag und war nur 1,2fach überzeichnet. In den längeren Laufzeiten sind die Renditen bereits wieder gestiegen, was die Nervosität der Marktteilnehmer über die weitere Entwicklung verdeutlicht. Und prompt war es so weit: Die Erholung des Euros wurde abgeblasen, die potenzielle Bodenformation löste sich in einem erneuten Abwärtsimpuls auf, was ebenfalls die Aktienmärkte schwächte.