EUR/JPY steigt / EUR/CHF unter 1,46
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 12. März 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
wieder gehen die Spekulationen in Bezug auf eine Ausweitung der lockeren Geldpolitik Japans los.
Die Bank of Japan wird nächste Woche ein Meeting abhalten. Die Nikkei-Zeitung geht in ihrem heutigen Bericht davon aus, dass die Notenbanker sich wahrscheinlich auf eine Ausweitung der im Dezember festgelegten Kreditlinie für die Geschäftsbanken auf das Doppelte bei 20 Billionen Yen fokussieren werden.
Damit trifft die Nikkei-Zeitung durchaus den Nerv der Marktteilnehmer. Doch neben der möglichen Ausweitung der Kreditlinie für Geschäftsbanken, gibt es auch wieder Kommentare von Seiten der Offiziellen in Bezug auf die Favorisierung eines schwächeren Yen.
Während Finanzminister Kan angab, man werde den Markt prinzipiell agieren lassen, so lange die Bewegungen stabil sind, sprach Premier Hatoyama in Tokio deutlichere Worte. Falls nötig, so Hatoyama, könne die Regierung durchaus angemessene Maßnahmen in Bezug auf den Yen durchführen. Notenbanker Shirakawa fügte an, die Zentralbank werde den Leitzins weiterhin auf Niedrig-Niveau belassen um die Nachfrage zu unterstützen.
Morgan Stanley- Analysten, die mit Hilfe eines mathematischen Modells Wahrscheinlichkeiten berechnen, gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit für eine FX-Intervention der Bank of Japan (zum gezielten Yen-Abverkauf gegenüber anderen Währungen) auf 47% gestiegen ist - der höchste Wert seit 2004.
EUR/JPY ist von 123,10 gestern bis auf aktuell 124,50 gestiegen. Damit steht nun der Weg in Richtung der 126er Marke offen. Unterstützung ergibt sich bei 124,35 und 123,50.
Quelle: CFX-Broker
Wann wird die SNB intervenieren?
Während EUR/USD im Angesicht eigentlich nur gemischter US-Wirtschaftsdaten heute bereits die 1,3750 überschritten hat und damit weitere Erholungstendenzen aufweist, ist EUR/CHF heute massiv eingeknickt bis auf 1,4578 im Tief.
Man fragt sich nun vielleicht wo die SNB bleibt, die mündlich noch bekräftigt hatte, man werde weiter entschieden handeln, um einer unwillkommenen CHF-Aufwertung entgegen zu treten?!
Nun, nachdem die SNB im vergangenen Jahr bei 1,50 noch deutlich zu Tage getreten war, fielen die letzten Interventionen im Bereich um 1,46 schon etwas schwächer aus. Im Angesicht der angehobenen Inflations- und Wachstumserwartungen für 2010, ist es durchaus möglich, dass sich die SNB zunächst noch etwas Zeit lassen wird, bevor eine erneute Intervention auf dem Plan steht. Der Test der 1,4580 ist eine erste Herausforderung an die SNB. Sollte diese Marke nachhaltig nach unten durchbrochen werden, könnte ein weiterer Rückgang bis in Richtung der 1,45 möglich werden, ohne dass die SNB sich zum Handeln gezwungen sähe. Aktuell notiert EUR/CHF bei 1,4596.
Quelle: CFX-Broker
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