EUR/CHF weiter unter Druck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 9. Juni 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Quelle: CFX-Trader
Sehen Sie die große grüne Kerze, die gestern Nachmittag auftrat?! So sehen Gerüchte aus. Es wurde nämlich schon wieder gemunkelt, dass die SNB erneut interveniert habe.
Sollte dies der Fall sein, dann hätte sie sich zumindest gestern ein Limit nach unten gesetzt. Vielleicht reichten aber auch schon die Gerüchte oder ein paar Stopp-Kurse aus. Die aktuelle hohe Volatilität sorgt wohl dafür, dass solche irrsinnigen Bewegungen immer ungewöhnlicher werden.
Jedenfalls erreichte EUR/CHF gestern bei 1,3744 das tiefste Level seit Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung und sprang dann innerhalb von Minuten auf das Tageshoch bei 1,3900, nur um kurz darauf wieder abzusacken.
Die Richtung des Marktes ist klar: der Markt plädiert für die CHF-Aufwertung. Die Richtung der SNB wird, obgleich sich die Zentralbank gerne bedeckt gibt, ebenfalls deutlich, betrachtet man die Währungsreserven, welche die Notenbank mittlerweile angehäuft hat.
Die SNB hält gegenwärtig Währungsreserven in Höhe von 232 Milliarden CHF, das entspricht rund 43% des Schweizer BIPs. Den Großteil davon, etwa 190 Milliarden CHF hat die SNB in Euro investiert. Die Schweizer Zentralbank hält damit eine Summe, die rund 35% des Schweizer Bruttoinlandsprodukts entspricht, in Euro.
Das ist im Moment nicht nur ein Verlustgeschäft, sondern treibt auch die Teuerungsrate in der Schweiz an. Die Frage ist also, wie lange die SNB diese Politik noch fortsetzen kann, will und darf, bevor sie Gefahr läuft, langsam die Kontrolle über die Geldmenge zu verlieren.
So sehr ich das Engagement der SNB zu schätzen weiß, aber langsam scheint immer deutlicher zu werden, dass der Markt hier langfristig wohl den längeren Atem hat und der will vor allem eines: einen starken Franken.
Aktuell notiert EUR/CHF bei 1,3756. Widerstände ergeben sich im Bereich um 1,3800/20 und 1,3900. Als Unterstützung kann im Moment nur noch das gestrige Allzeittief bei 1,3744 gelten.
