EUR: Gewinner der Woche
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 20. März 2009, 12:00 Uhr
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Liebe Leser,
die Safe-Haven-Währungen haben zur Zeit einen schweren Stand. Dafür sorgen gerade die entsprechenden heimatlichen Zentralbanken.
Die Schweizer haben bereits in der letzten Woche den Anfang gemacht und aufgrund der schwachen Wirtschaftslage zum schärfsten Mittel, der FX-Intervention, gegriffen um gezielt ihre Währung gegenüber den Fremdwährungen abzuschwächen. Mit dieser schwerwiegenden Maßnahme hat die SNB sehr deutlich gemacht, dass sie eine weitere CHF-Aufwertung nicht tolerieren wird und auch bereit ist weitere Schritte zu gehen.
Dies bringt nach wie vor Nervosität in die Märkte. Seit der Intervention in der vergangenen Woche hat sich EUR/CHF eher in einer Range gehalten. Aktuell notiert EUR/CHF bei 1,5297. Jeder Bruch der 1,5275 nach unten bringt Besorgnis in Bezug auf weitere mögliche Interventionen mit sich.
Quelle: CFX-Broker
Die FED weitet ihre Bilanzsumme aus
Wie ich schon seit langem immer wieder schreibe, sind die Quantitative Easing Maßnahmen der FED jener Faktor welcher schon längstens den Safe-Haven-Status der US-Währung in Frage hätte stellen müssen. Auch der FED geht es vor allem darum die heimische Wirtschaft zu stützen (sofern das möglich ist) und ein deflationäres Szenario zu vermeiden. So zielt die FED direkt auf eine Reinflationierung ab und nimmt dabei einen Wertverlust des USD durchaus billigend in Kauf.
Als die FED demnach am Mittwoch bekannt gab, dass sie weitere Bonds aufkaufen werde, war dies keine Überraschung. Was den Markt allerdings kalt erwischte, war die Höhe der genannten Zahlen. So will die FED US-Staatsschulden und Mortgage-Bonds im Wert von 300 Milliarden US-Dollar aufkaufen. Zudem wird sie ihre Bilanzsumme um weitere stolze 1,15 Billionen US-Dollar ausweiten.
Diese massiven Quantitative Easing Maßnahmen haben den Markt nun überzeugt, seine bisherige Einstellung zur US-Währung auf längerfristige Sicht hin zu überdenken. So kann es aktuell auch nur heißen: Sell the Dollar! Und der USD hat somit auch auf breiter Front massiv abgegeben. Der USD-Index ist massiv eingebrochen und notiert aktuell bei 83,03. Der Bruch der Unterstützungsmarke bei 86,50 nach unten impliziert einen weiteren Rückgang. Sollte die Trendlinie bei 81,39 ebenfalls nach unten durchbrochen werden ist dies ein weiteres deutlich bärisches Signal.
Quelle: stockcharts.com
EUR: Gewinner auf breiter Front
Im aktuellen Umfeld profitiert nun vor allem der Euro, da die EZB sich bislang von solch massiven Quantitative Easing Maßnahmen ferngehalten hat. Aber auch im Umkehrschluss die Rohstoff-Währungen wie NZD und AUD. (ein schwacher USD begünstigt steigende Rohstoffpreise)
EUR/USD hat bereits eine wichtige Widerstandsmarke bei 1,3330 nach oben durchbrochen und notiert aktuell bei 1,3558. Von diesem bullischen Breakout ausgehend halte ich einen Test der 1,3855 und hernach sogar des übergeordneten Widerstands bei 1,3955 durchaus für möglich.
Quelle: CFX-Broker