EUR bleibt anfällig und UK-Haushaltsdefizit weitet sich aus
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 22. April 2009, 12:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leser,
noch immer gibt es eigentlich nicht Vieles, das den Markt tatsächlich bewegen könnte. Klare Trends sucht man aktuell wohl vergeblich. So werden die Märkte vornehmlich von den ständigen Stimmungsschwankungen, oder besser gesagt von der sich laufend ändernden Risikostimmung bewegt.
Auf die Stimmung drückt aktuell insbesondere die düstere Prognose des IWF. Dieser geht davon aus, dass bis Ende 2010 die Verluste als Folge der Kreditkrise weltweit bis zu 4,1 Billionen USD betragen werden. Rund 2,7 Billionen USD sollen laut IWF dabei auf die USA entfallen.
Das klingt nun eigentlich nicht sehr positiv für die USA. Dennoch hat diese Prognose in allererster Linie zunächst einmal wieder für einen Stimmungsdämpfer gesorgt. Und dies zeigt sich wie immer USD positiv, wobei EUR weiterhin unter Druck steht.
Es ist schon seltsam: Kommentare wie die des US-Finanzministers Timothy Geithner, der davon ausgeht, dass die Mehrheit der US-Banken mehr Kapital aufweist als nötig, erweisen sich im Umkehrschluss dann eigentlich wieder positiv für den EUR, wenn sie es vermögen die Stimmung zu verbessern.
Eigentlich sollten auch Kommentare von Seiten der EZB (Bundesbanks Weber sagte z.B. dass der Kauf von Staatsanleihen für die EZB keine erstrebenswerte Option sei), die darauf hindeuten, dass sich die Europäer nach wie vor dagegen sträuben derartig horrende QE-Maßnahmen - wie es ihre Kollegen in USA und UK tun - durchzuführen, positiv für den EUR auswirken.
Doch der EUR bleibt weiterhin anfällig. EUR/USD fiel von 1,3356 in der vergangenen Woche bis auf aktuell 1,2937. Wobei heute bereits die 1,2896 getestet wurde. Der Abwärtsdruck könnte als nächstes die Unterstützungsmarke bei 1,2761 fordern. Sollte die Marke nachhaltig nach unten durchbrochen werden, könnte sich der Abwärstrend auch in Richtung der 1,2135 fortsetzen. Erst ein Bruch der 1,2994 nach oben könnte den Druck etwas abschwächen und Raum nach oben bis zu 1,3081 offen lassen.
Quelle: CFX-Broker
UK - größtes Haushaltsdefizit seit dem II.Weltkrieg
Nachdem - wenig überraschend - die BoE beschlossen hat den Leitzins weiterhin so niedrig wie möglich zu halten und auch weiterhin mit Geld aus Nichts Assets gekauft werden - Entschuldigung, ich meine die QE-Maßnahmen aufrecht erhalten werden - wurde soeben nun das höchste Haushaltsdefizit seit dem II.Weltkrieg bekannt gegeben. Das Defizit weitete sich von 9 Milliarden GBP im Februar auf 19,1 Milliarden GBP im März aus. Das übersteigt die Prognose des Konsens bei weitem.
Für 2009 wird ein Gesamtdefizit von 160 Milliarden GBP, oder 11% des BIP erwartet.
Zudem sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im März um 73.700 auf 1,46 Millionen gestiegen. Das entspricht dem höchsten Level seit 1997.
Und so ist GBP nun auch gegenüber dem EUR unter Druck. EUR/GBP notiert aktuell bei 0,8879. Jedoch wurden zuvor schon schwache UK-Daten eingepreist, zwar nicht in diesem Umfang, aber nun muss sich erst zeigen ob ein Überschreiten der 0,8890 einen stärkeren Trend unterstützen kann.
Quelle: CFX-Broker
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