EU prüft Subventionen für Ryanair – Kampf der Billigfluglinien wird härter
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 11. Dezember 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Eine EU-Kommission will nun prüfen, ob der irischer Billigfluganbieter Ryanair unrechtmäßige Subventionen von der belgischen Provinz Wallonien und dem südbelgischen Flughafen Charleroi erhalten hat. Der Flughafen Charleroi war der erste kontinentaleuropäische Standort von Ryanair. Sollte die Untersuchung zu einem positiven Ergebnis kommen, müsste Ryanair diese wettbewerbswidrige Unterstützung in voller Höhe zurückzahlen. Rynair-Chef Michael O'Leary bestritt indes unrechtmäßige Beihilfen aus Belgien erhalten zu haben. Ryanair habe nur von billigen Tarifen profitieren können, die aber auch jeder andere Fluglinie zu Verfügung gestanden haben. Auch aus Belgien sind ähnliche Äußerungen zu hören.
Mehrere Konkurrenten haben mittlerweile mitgeteilt, die aktuellen Preise nicht mehr lange aufrecht erhalten zu können. Den ersten geht also bereits die Luft aus. Um profitabel arbeiten zu können, müssten die Durchschnittspreise zwischen 50–85 € liegen, heißt es bei Germanwings und Hapag-Lloyd-Express.
Sollte dieser Preiskampf also schneller beendet sein, als ich dachte und die Preise wieder deutlicher anziehen, könnte auch eine Lufthansa wieder interessanter werden. Man sollte aber auf jeden Fall die Tarifverhandlungen und die Entwicklung der Kriegsvorbereitungen abwarten.