Ethanol Update Teil 2/2
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 30. August 2006 20:45 Uhr
ENL5454
Ethanol nicht automatisch ein Umweltschutz
Die kosteneffizienteste Methode zur Herstellung von Ehanol aus Mais ist die Nutzung von kohlebetriebenen Produktionsanlagen. Dies ist sehr Energieintensiv und resultiert wenn überhaupt in einem Energiemehrwert von rund 25 %.
Wie wird sich die Industrie entwickeln?
Unzweifelhaft wird es in den nächsten Jahren eine starke Zunahme der Ethanolproduktion weltweit geben. Allerdings tue ich mir schwer damit auch ein Investmentthema für jeden an der Börse notierten Ethanolhersteller abzuleiten. Vor allem die operative Kostenkontrolle inmitten steigender Energiepreise und ein zukunftsträchtiges Konzept dürfte für die anhaltende Gewinnerzielung von Ethanolanlagen eine entscheidende Bedeutung haben.
Energie aus Kuhmist
Ein innovatives Konzept scheint dabei eine Firma namens Panda Energy gefunden zu haben. Das Unternehmen ist bislang noch nicht börsennotiert, hat aber bereits Energieversorgerprojekte im Umfang von 5 Milliarden US-Dollar realisiert. Panda wird die benötigte Energie für seine 120 Millionen Gallonen umfassende Ethanolproduktion aus dem aus 5 Millionen Tonnen Kuhmist entstehenden Biogasen bereitstellen. Hierfür hat sich Panda die Rinderstadt Hereford Texas, mit seinen 15.000 Einwohnern aber mehreren hundert tausend Rindern als Produktionsstandort ausgesucht. Dieses Konzept macht auf mich einen soliden Eindruck, da es im Gegensatz zu vielen anderen Produktionsverfahren relativ unabhängig von den Energiepreisen ist.
Preisentwicklung für Ethanol
Eine Steigerung der Ethanolpreise halte ich zwar für möglich, doch der Antriebsfaktor für diese Preissteigerungen wird weiterhin der Rohölpreis sein. Wie ich oben beschrieben habe glaube ich nicht, dass sich die Ethanolpreise besser als Benzin entwickeln werden. Vielmehr ist in der kurz- und mittelfristigen Zukunft eine weitere Angleichung der Ethanol- und Benzinpreise wahrscheinlich.
Wichtig für den Anleger
Letztendlich bleibt also für Anleger das Thema Ethanol am besten über den Kauf von Zucker abzudecken. In zweiter Reihe sollte man auf Mais achten. Aber beim US-Mais gilt vor allem, dass sich der Preis an Sojabohnen, Weizen und Baumwolle orientieren wird, da die Bauern ihre Anbauflächen entsprechend an den Getreidesorten mit dem höchsten erwarteten Gewinnpotenzial ausrichten werden.
Sollten Ethanolverarbeiter wie Panda Energy an die Börse gehen, entsprechende Berichte wonach ein Börsengang bevorsteht gab es bereits, so dürfte je nach Bewertung des Unternehmens ebenfalls etwas möglich sein. Allerdings müssen Sie dabei das einzelunternehmerische Risiko beachten, welches bei einer Direktanlage in Rohstoffen entfällt. Deshalb sind Aktieninvestments im Vergleich zu einer Anlage zum Beispiel in Zucker wesentlich risikoreicher.
Ihr
Andreas Lambrou