ESM zu winzig

in DAX Daily zum Thema Finanzkrise
vom


heute müssen die europäischen Börsen ohne US-Vorgaben auskommen. Aber das wird nicht allzu schwerfallen, denn morgen ist ja wieder eine Notenbanksitzung, da kann man wieder auf allerlei Wunder spekulieren. Eine Zinssenkung zum Beispiel, obwohl die in einer Überschuldungssituation nicht viel bringt. Oder einen dritten Langfristtender für die Banken, nachdem die beiden ersten auch nichts brachten. Denn die Banken haben die Liquidität nicht als Kredite weiter an die Wirtschaft gereicht und auch kaum schrottreife Staatsanleihen damit gekauft, sondern fast alles (ich las kürzlich die Zahl 84 %) zum sicheren Zins bei der EZB angelegt.


Die Börsen werden dennoch in gewohnheitsmäßiges Jubeln verfallen, wie wenn es jedes Weihnachten Socken gibt. Verstand ist an den Märkten nicht die treibende Kraft, sondern Herdentrieb. Und die Herde meint jetzt eben, dass plötzlich alles wieder gut sei. Den harten Daten zum Trotz, aber das hinderte die Börsen ja auch nicht, das Jahr mit einer unglaublichen Rally zu beginnen. Freilich, inzwischen wurden die Jahresgewinne mal eben komplett wieder ausradiert, aber es gibt immer eine zweite Chance. Auch zum Irrtum.

Inzwischen schlüpfte recht unbemerkt Land Nummer 5 unter den Rettungsschirm (Zypern). Mit Slowenien steht schon der 6. Kandidat in den Startlöchern. Schwer in Mode kommt jetzt die Variante, direkte Bankenhilfen aus den Schirmchen zu beantragen. Das erspart die harten Sparauflagen für den Staat und belastet nicht die eigenen Staatsanleihen. Die der anderen Länder dafür umso mehr, denn die Einlagen in die Rettungsschirme werden bald zur Neige gehen und dann geht der Topf wieder herum zum Auffüllen.

Über 700 Milliarden Euro soll der ESM verfügen, der in Kürze starten soll (was das Bundesverfassungsgericht und die Götter noch verhindern mögen). Alleine die europäischen Banken, die sich jetzt direkt daraus bedienen können, haben aber 9200 Milliarden Euro Schulden. Weitere 3400 Milliarden Euro Staatsschulden satteln allein die fünf Krisenländer Italien, Griechenland, Portugal, Spanien und Irland obendrauf. Merken Sie etwas? Das ist kein Fass ohne Boden, das ist ein Meer!! Wie wollen die das alles retten"? Mit welchem Geld? Meins bekommen die nicht! Too big to bail, wie die Amerikaner sagen.

Kluge Regierungen sanieren sich und ihre Banken jetzt auf Gemeinschaftskosten, solange es die Schirmchen noch gibt und stehen nach deren Zusammenbrich besser da. Dumme Regierungen zahlen brav ein, ohne etwas dafür zu bekommen (wohlklingende Versprechungen mal ausgenommen). Unsere Regierung will sogar früher alle Mittel in den ESM einzahlen als sie müsste. Kann man denn noch dümmer sein?

von
Henrik Voigt
Henrik Voigt

Fundierte Börsen-Erfahrung und Wissen erarbeitet sich Henrik Voigt durch eisernes Training und tägliche Praxis als Profi-Trader. Profitieren auch Sie davon.

Information zu alt? Chance verpasst? Geld verschenkt?
Der Börsenbrief von Henrik Voigt: "DAX Profits"


Anzeige

Drohende Vermögens-Enteignung: SCHNELL!
GRATIS-Schutzreport hier herunterladen!

Was tun Sie, wenn Ihr hart erarbeitetes Vermögen plötzlich beschlagnahmt wird, weil damit marode Banken gerettet werden müssen?

Nach dem dreisten Zugriff auf die Bankkonten auf Zypern ist in der EU gar nichts mehr sicher. Doch noch können Sie gegensteuern:

Dieser brandneue Vermögensschutz-Report von Kapitalschutz-Experte Markus Miller zeigt Ihnen einen kaum bekannten Ausweg. Noch steht Ihnen diese Möglichkeit offen.

Doch wer weiß, ob nicht irgendein EU-Politiker sie bald schließen wird? Handeln Sie noch heute und laden Sie sich diesen GRATIS-Schutzreport jetzt herunter:

Hier klicken zum PDF-Sofort-Download



Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben

Kommentar von Paul Martini

Hallo Herr Voigt, ich beziehe den Dax Daily schon länger, wiewohl ich nicht mehr an der Börse agiere. Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich bei Ihnen für Ihren täglichen Kommentar zu bedanken. Seit längerer Zeit benutzen Sie klare Worte, um gegen die laufenden „Entrechtungsmaßnahmen“ klar Stellung zu beziehen. Ein nicht hoch genug zu würdigendes Verdienst. Bitte bleiben Sie bei Ihrer spitzen Wortwahl. Noch hat man uns die freie Rede nicht verboten. Aber wundern würde es mich nicht, wenn es hieße: ESM-Entscheidungen sind von der öffentlichen Diskussion ausgenommen.

Antworten
Kommentar von Hartmut Fischer

Die Finanzoligarchie will ihren "Einsatz" auf jeden Fall erhalten und dabei möglichst noch gewinnen, und das setzt sie nicht erst seit der "Bankenkrise" mit ihren Regierungs- und Parlaments-Lakaien durch. Oder warum wurden und werden die Pleite-Banken usw. nicht tatsächlich Bankrott gehen lassen und/oder entschädigungslos enteignet und dann "Auf dem Markt" verkauft, wie es sich in unserer angeblichen Marktwirtschaft gehört ?! Stattdessen haben wir umgekehrten Sozialismus, der Steuerzahler wird zugunsten der Besitzerclique enteignet! Wo bleibt da eigentlich der Aufschrei der "Liberalen" ?

Antworten
Kommentar von Schmidt

Hallo Herr Voigt, ich bin bzgl. des Rettungsschirmes voll und ganz ihrer Meinung. Doch leider stehen wir da ziemlich allein da. Die Masse weiß davon nichts oder ahnt nicht, was da auf uns zukommt. Heute schreiben Sie, "...Mein Geld nicht...". Dies würde mich sehr interessieren, wie Sie das anstellen wollen, solange Sie in Deutschland wohnen. Unser guter Staat ist doch da sehr einfallsreich, beim abzocken. Was mir da gerade einfällt, zweimalige drastische Erhöhung der Grundsteuer, ab nächstes Jahr Zwangsabgabe für jeden Haushalt an die GEZ, ganz zu schweigen von den üblichen Spielchen der schleichenden Preiserhöhungen in allen Bereichen. Wie wollen Sie all dem entkommen? Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Antworten
Kommentar von Hans

Das BVerfG schein mir da fehl am Platze, im Namen des Volkes gegen das Volk.

Antworten
Kommentar von jochan

Alles leider richtig, aber wer vermag das zu bremsen? Die Schienen der Geisterbahn sind fix verlegt, am Ende des Tunnels wird Nacht sein, leider ... mfG - Jojann

Antworten