Escondida: Ende des Streiks
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 06. September 2006 12:00 Uhr
ENL5454
*** Der Streik in der chilenischen Kupfermine Escondida – ich hatte berichtet, siehe Trader´s Daily vom 15. August – ist zu Ende, der Arbeitgeber hat den Minenarbeitern (größte Kupfermine der Welt!) endlich eine vernünftige Lohnerhöhung zugestanden.
Ich erinnere daran: Der Gewinn des Betreiberkonsortiums hatte sich aufgrund des explodierten Kupferpreises in den letzten Jahren verfünffacht, die Arbeiter sollten aber nicht einen Cent mehr verdienen.
Nun ist die Einigung da, die Kupferförderung geht weiter.
Ehrlich gesagt hatte ich für diesen Fall gehofft, dass der Kupferpreis ein wenig fallen würde. (Gehofft deshalb, weil das eine schöne Einstiegsmöglichkeit auf der Long-Seite geboten hätte.) Schließlich ist der Förderausfall vorüber, es kommt wieder mehr Kupfer auf den Markt.
Aber nichts da…nach wie vor kauft insbesondere China so viel Kupfer, dass der Kupferpreis einfach nicht stärker durchsackt. Und ok, die Kupfer-Lagerbestände sind zuletzt gestiegen – das relativiert sich aber sehr schnell, wenn man ein wenig über das Tagesgeschäft hinausschaut.
Ich füge Ihnen deshalb mal einen Chart mit der Entwicklung der Kupfer-Lagerbestände der letzten 5 Jahre bei:
Da sehen Sie, dass diese Lagerbestände immer noch verhältnismäßig gering sind – eben aufgrund der Tatsache, dass der „chinesische Drachen“ weiter einen großen Hunger auf Kupfer (und Eisenerz und Silber und und und…) hat. Und solange die Lagerbestände nicht wieder auf Werte von mindestens 300.000 Tonnen steigen, bleibe ich Kupfer-Bulle.
Da der Kupferpreis nach Streikende allerdings nicht gefallen ist, ist ein Kupfer Long-Zertifikat mit hohem Hebel aktuell nicht unbedingt das Instrument, welches ich empfehlen würde. Da gibt es andere Scheine, die besser zur aktuellen Situation passen (da ich gerade bei www.rohstoff-signale.de dazu eine konkrete Empfehlung gegeben habe, darf ich wie üblich hier nicht konkreter werden, bitte da um Verständnis).
*** Und noch schnell ein Leserbrief - Trader´s Daily-Leser Wolfgang S. schreibt:
“Eine Beobachtung, die mich amüsiert: Bin gerade in USA (Ostküste) und habe -überraschend für meine Wahrnehmung - noch nie so viele asiatische Menschen gesehen, wie in den letzten zwei Wochen. Ein Großteil davon Chinesen. Was machen die? Die kaufen hier massenhaft Güter, die in China hergestellt wurden. Ist das nicht ein perfekter Wirtschaftskreislauf?“
Viele Grüße,
Michael Vaupel
