Es wird Luft abgelassen
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 3. Dezember 2009, 17:30 Uhr
der heutige Tag brachte die eine oder andere Überraschung mit sich. Während die europäische Zentralbank den Leitzins wie erwartet bei 1% beließ und damit für ein Non-Event sorgte, schlugen die US-Zahlen am Nachmittag in eine ganz andere Kerbe. Zunächst erfreuten sich die Marktteilnehmer (und nicht nur die) an den Zahlen des US-Arbeitsministeriums. Die viel beachteten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf das niedrigste Niveau seit Herbst 2008. Statt eines Anstiegs auf 482.000 Erstanträgen wurden „lediglich" 457.000 gemeldet. Dies erfreut umso mehr, da morgen der umfangreiche Arbeitsmarktbericht folgt und mit dem heutigen Ergebnis viel Hoffnung verbunden wird. Die Reaktion an den Aktienmärkten war aber überschaubar, da der Dax zu diesem Zeitpunkt immer noch recht deutlich vorne lag. Das sollte sich dann ändern: Der US-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen, den Experten leicht ansteigend erwartet hatten, fiel nach 50,6 Punkten im Oktober wieder deutlich unter die 50-Punkte-Marke zurück. Damit rechnete wohl kaum einer, denn dies war der Auslöser für eine bis kurz vor dem Xetra-Handelsende andauernde Schwächephase. Heute korrigieren die Märkte, die in den letzten Tagen und Wochen noch so gut liefen. Es wird etwas Luft abgelassen; jedoch nur vom Tageshoch aus betrachtet sieht es heftig aus. Auf Tagesbasis brennt bislang nicht viel an. Auch Gold kommt langsam wieder von seinem hohen Ross herunter. Vielleicht ergeben sich hier an den nächsten Handelstagen wieder gute Einstiegsgelegenheiten?
Trading-Chancen des Tages - Rückblick
Dax (DAX.I): das Jahreshoch klar verfehlt
Heute habe ich trotz Sideboard-Aufbau auch Trading-Aktiviäten zu vermelden. Da ich die meist träge Mittagszeit für den Aufbau verwandt habe und auch ein Einstieg kurz vor den 14.30 Uhr-Zahlen nicht in Frage kam, blieb es letzlich bei zwei Trades. Der rasante vorbörsliche Anstieg, der durch die starke Vorstellung des Nikkei möglich wurde, ließ mich nach dem Überwinden des Widerstands bei 5.825 Punkten long gehen (Ausführung zu 5.837). Der Japan-Impuls verpuffte dann aber sehr schnell und der deutsche Leitindex bewegte sich daraufhin für die nächsten Handelsstunden in einer engen Bandbreite zwischen 5.825 und 5.850 Punkten. Das Erreichen des Jahreshochs bleibt also erst einmal Wunschtraum der bullisch eingestellten Marktteilnehmer. Ab etwa 11.30 Uhr wurden die Bullen müde und die Bären konnten das Ruder übernehmen. Ich musste einen Maximal-Verlust bei diesem Long-Trade hinnehmen (Ausführung zu 5.811,5), da die Unterstützung bei 5.825 Punkten diesmal nicht hielt. Jetzt kam der Punkt, an dem ich laut meiner morgendlichen Einschätzung den Dax hätte kaufen können. Die magische 5.800er-Marke wurde als Sprungbrett genutzt, doch nach oben deckelte dann wieder der Widerstand bei 5.825 Punkten.
Die US-Zahlen um 14.30 Uhr waren noch positiv für die Aktienmärkte, während die 16.00 Uhr-Zahlen des ISM-Index klar negative Folgen für den Konjunktur-Optimismus und damit für Aktien hatten. Diesmal konnte die 5.800er-Marke die Bullen nicht mehr unterstützen und somit wurde mein Short-Signal ausgelöst. Bei 5.791,5 Punkten setzte ich das Signal um. Diesmal lief alles nach Plan. Schon heute morgen setzte ich beim Eintreten des Short-Szenarios auf ein frühes Ende der Abwärtsbewegung. Die Unterstützungslinien bei 5.760 Punkten fing den fallenden Dax auf. Die Botschaft war damit klar: Short-Trade beenden (Ausführung zu 5.763).
Ergebnis: Gewinn 3 Pips
Für Dax-Trades nutze ich ausschließlich auf den Dax. Diesen können Sie im CFX Trader via Kürzel DAX.I aufrufen.
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Vorbörslich zeigten sich die Bullen heute besonders stark. Danach fehlten weitere Impulse, um auch das Jahreshoch attackieren zu können.
Wichtige Information für CFX Broker-Kunden: Seit 2.11. können Sie den CFD auf den Dax (und andere Indizes) auch schon vor dem offiziellen Börsenstart handeln.
