Es sind die steigenden US-Zinsen
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 8. Februar 2010, 17:00 Uhr
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Obwohl es bekanntlich nie schwierig ist, Kursbewegungen später zu begründen, will ich hier ein Thema aufwerfen, welches in der Presse völlig untergeht: den rasanten Zinsanstieg der zehnjährigen US-Bonds, der nur in den vergangenen Tagen etwas gebremst wurde. Dies ist der Chart der zehnjährigen US-Bonds, wobei deren effektiver Zinssatz der besseren Lesbarkeit halber mit dem Faktor 10 multipliziert wird. Meiner Meinung nach wird die Hausse am Aktienmarkt sehr stark vom drohenden Zinsanstieg bedroht.
Quelle: stockcharts.com
Gut erkennt man den langsamen, aber kontinuierlichen Anstieg des Zinsniveaus vom Tief bei Zwei Prozent auf aktuell 3,6 %. Dies ist absolut gesehen keine große Sache, aber prozentual fast ein Verdoppler" binnen Jahresfrist. Beachtlich ist nicht nur die Tatsache des Zinsanstiegs an sich, sondern auch der gebrochene Abwärtstrend. Nun kann man sich trefflich darüber streiten, ab wann ein Zinsniveau für den Aktienmarkt ungemütlich wird. Ich persönlich halte das aktuelle für harmlos, aber es geht mir um den Trend - und der zeigt unzweifelhaft nach oben! Das Projektionsziel der P & F Technik, welches eine sehr gute Zielmarke darstellt, deutet übrigens auf ein mittelfristiges Zinsniveau von etwa 5,4 Prozent! Wie sensibel die Aktienmärkte auf Veränderungen des Zinsniveaus reagieren, zeigte sich erst kürzlich als die chinesische Notenbank eine restriktivere Geldpolitik ankündigte. Auch die Angst der Marktteilnehmer wegen des drohenden Endes der ungewöhnlichen Eingriffe der FED und der Bank of England an den Zinsmärkten ist ein Zeichen der hohen Unsicherheit.
Meiner Meinung nach ist auch der feste Dollar ein Beleg für die hohe Wahrscheinlichkeit steigender US-Zinsen. Mit den steigenden Zinsen sind gleich mehrere Probleme eng verknüpft. Die FED Fund Rate" liegt derzeit bei 0 bis 0,25 %. Dies soll die Wirtschaft durch die billige Kreditvergabe ankurbeln, Investitionen günstig machen und die Unternehmen motivieren, Arbeitskräfte einzustellen. Wenn dies funktioniert, aber erst dann, kann die FED die Zinsen langsam erhöhen, die hohe Liquidität aus dem Markt nehmen und die (potentielle) Inflation bekämpfen. Dummerweise funktioniert aber momentan dieser Transmissionsriemen nicht wie geplant. Die 10-jährigen Zinsen steigen unbemerkt rasant und verteuern die Kredite, wie die steigende bullische Unterstützungslinie" im Chart zeigt. Dies ist das Szenario, welches Die FED verhindern muss, um die Blase bei den US-Immobilienkrediten nicht platzen zu lassen. Außerdem verteuern steigende Zinsen nicht nur die Refinanzierungskosten der Unternehmen, sondern schmälern ebenfalls die Gewinnmargen der Banken. Geringere Liquidität bedeutet natürlich steigende Eintrittskosten ins Börsen-Casino, aktuell die Haupteinnahmequelle der Banken. Dies sind meiner Meinung nach die Gründe für die gegenwärtige Schwäche an den internationalen Aktienmärkten.
Herzliche Grüße
Ihr Klaus Buhl
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