Es kann keine berechenbare Wahrscheinlichkeit geben
Tom Firley in Investors Daily
vom 4. November 2011, 18:00 Uhr
ENL5454
Wie Sie im weiteren Chartverlauf erkennen, ist die Lufthansa-Aktie weiter gestiegen. Genau ein Jahr später, im August 2006 lag die Aktie bei 14,65 Euro. Immerhin ein Gewinn 31,4 Prozent. Jetzt die Preisfrage: Besteht immer noch die 50-zu-50-Chance, dass der Anleger einen Gewinn oder einen Verlust macht? Nein, natürlich nicht. Schließlich hat der Anleger es ja bereits selbst in der Hand einen Gewinn zu realisieren.
Chart Lufthansa
Wie hoch ist die „Chance", dass die Aktie von 14,65 Euro wieder zurück auf 11,15 Euro fällt?
Keine Ahnung. Warum habe ich keine Ahnung? Ganz einfach: „Wir wissen, dass wir nicht die Kurse von morgen kennen". Daher kann es auch hier keine errechenbare Wahrscheinlichkeit geben.
Doch betrachten wir den weiteren Kursverlauf. Nachdem sich die Lufthansa-Aktie nach dem Einstieg bei 11,15 Euro schon fast verdoppelt hatte, fiel sie wieder. Und im Oktober 2008 erreichte sie wieder den Einstandskurs (blau eingekreist, siehe auch gestrichelte Linie) und rutschte sogar (für den Anleger) wieder ins Minus.
Sie sehen, was danach passiert ist. Die Aktie konnte sich wieder fangen und stieg erneut, um schließlich einen weiteren Abwärtstrend einzuschlagen. Aktuell liegt sie bei 10,02 Euro. Aus Sicht des Anlegers also etwa 10 Prozent im Minus.
Was lernen wir daraus?
Eine ganze Menge.
Wiederholen wir: „Wir wissen, dass wir nicht die Kurse von morgen kennen"
Aber was wissen wir denn eigentlich?
Wir wissen, dass es auch morgen noch Kurse geben wird.
Wir wissen, dass sich Kurse nach oben oder unten bewegen.
Wir wissen, dass wir die 100%ige Chance haben, Gewinne zu realisieren, wenn die gekaufte Aktie steigt.
Wir wissen, dass wir die 100%ige Chance haben, Verluste zu realisieren, wenn die gekaufte Aktie fällt.
Wir wissen, dass aus einem Gewinn auch ein Verlust werden kann.
Wir wissen, dass aus einem Verlust auch ein Gewinn werden kann.
Entscheidend: Wir wissen, dass wir Geld „verschenken", wenn wir bei einer im Gewinn liegenden Investition so lange abwarten, bis sie wieder im Minus liegt.
Alles logisch. Was folgern wir daraus?
Um einen gewissen Börsenerfolg zu erzielen, brauchen wir verschiedene Strategien.
Einstiegstrategien, um das Spiel zu spielen.
Ausstiegstrategien, um das Spiel zu gewinnen.
Auch ein begrenzter Verlust kann - langfristig gesehen - als Gewinn verbucht werden. Mehr hierzu und zu möglichen Strategien in der nächsten Woche.
Viel Erfolg an der Börse, ein schönes Wochenende wünscht
Ihr
Tom Firley
