Es ist das Unerwartete, das weh tut

in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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Ich bin alleine, wenn es darum geht, eine Prognose in Bezug auf morgen abzugeben. Das Problem ist - wenn man wettet, dass morgen wie heute aussehen wird, kann man nicht viel Geld verdienen. Nichts verändert sich? Kein Schmerz. Und kein Gewinn. Kein Problem.

Es ist das Unerwartete, das weh tut.


Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich teuer, wenn man heute Aktien kauft. Eine Umfrage sagt, dass 58% der Investoren bullish sind. Und in einer anderen Umfrage ist von 71% Bullen die Rede. Beide Umfragen sind außerordentlich bullish.

"Wenn jeder dasselbe denkt, dann denkt niemand." Das sagten die Leute früher. Wenn jeder erwartet, dass die Aktienkurse steigen werden, dann setzen die Smarten darauf, dass sie fallen werden. Weil die Käufer die Kurse bereits nach oben geboten haben. Dann lässt sich auf der anderen Seite Geld verdienen - indem man darauf setzt, dass die Kurse fallen werden.

Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit derzeit auf Seiten des Verkäufers, nicht des Käufers.

Ein kluger Investor sollte derzeit auch keine US-Staatsanleihen halten. Denn auch hier ist es nicht der Geist der Zukunft, der ihm ins Ohr wispert - sondern es geht darum, dass man rechnen kann.

Wenn man der US-Regierung für 10 Jahre Geld leiht, dann wird man darauf Zinsen von rund 3,3% pro Jahr erhalten. Dies zu einer Zeit, wo die Fed - die Hüterin des weltweiten Dollar-Angebots - für 1,4 Billionen Dollar Wertpapiere gekauft hat...und die Absicht zeigt, die Inflationsrate zu erhöhen. Das Fundament des Systems sind die Assets der Fed. Und diese - unter anderem Staatsanleihen - kauft sie mit Geld, das sie selber schafft. Ben Bernanke hat drei Mal so viel neues Geld geschaffen wie alle anderen Fed-Vorsitzenden vor ihm zusammengenommen.

Was sagen nun diese rund 3,3%? Die sagen, dass die Investoren verrückt geworden sind. Vielleicht denken sie, dass die Große Korrektur" die nächsten 10 Jahre die Inflationsrate unten lassen wird. Selbst dann ist das Risiko aber zu groß. Einiges wird fast sicher falsch laufen. Der Dollar wird kollabieren. Oder der Anleihenmarkt. Oder beide.

Kluge Investoren wissen nicht, was kommen wird. Aber angesichts dieser leichtsinnigen Geldpolitik der Fed wissen sie, dass sie sich schützen müssen. Sie wissen, dass die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass man GEGEN US-Anleihen setzen sollte.

von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Klaus Morian

Gibt es da nicht so etwas wie die Reverseflowter, die ich in den Jahren nach der Wiedervereinigung so schick fand ? Damals 18-20 minus Bundesbank = Zinsen in %

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