Es geht immer noch schlimmer
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 3. März 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Es geht immer noch schlimmer.
Dies zeigt der Blick auf Simbabwe:
Dort wurde der Handel an der Börse zwischenzeitlich eingestellt, da die Zentralbank einigen Tradern vowarf, mit falschen Schecks Aktien gekauft zu haben.
Die Schecks waren auf „60 Hexillionen" Simbabwe-Dollar ausgestellt.
Man (= Ihr Autor) war baff.
Wie viel ist denn eine Hexillion?
Ich bin nicht in der Lage gewesen, das herauszufinden, auch Wikipedia gibt keine Antwort. Und die Antwort ist wohl diese: Hexillionen gibt es gar nicht. Die betrügerischen Trader „erfanden" diese Einheit und versuchten, damit durchzukommen.
In einem Land wie Simbabwe ist dies nicht per se unmöglich. Denn die Inflationsrate soll dort bei 89,7 Sextillionen Prozent liegen (Schätzung des Cato Institute).
89,7% Sextillionen Prozent Inflation!
Und eine Sextillion gibt es, das ist eine Eins mit 36 Nullen. (Ich erspare mir das 36 Mal auf die Ziffer Null tippen.)
Wer blickt da noch durch, wenn einem jemand einen Scheck über eine „Hexillion" andrehen möchte?
Wie gesagt: Es geht immer noch schlimmer.
(Übrigens soll der Handel mit simbabwischen Aktien demnächst in US-Dollar wieder aufgenommen werden.)
*** Ein Nachtrag zum Thema „Kokainpreis in der Londoner City".
Da hatte ich impliziert, dass der Kokainpreis in London aufgrund der Entlassungen der Yuppies zurückgegangen ist.
Als Rohstoff-Trader weiß ich, dass es auch eine andere Möglichkeit gibt: Das Angebot kann erheblich gestiegen sein. (Bei Rohstoffen geht es im Grunde immer um Angebot und Nachfrage.)
Nun, was macht das Angebot?
Ich habe mir mal die Zahlen des britischen Zolls angeschaut. Denen zufolge ist die Menge des sichergestellten Kokains im letzten Jahr um 15% gefallen. Bedeutet dies nun, dass weniger ins Land geschmuggelt worden ist - oder bedeutet es, dass die Schmuggler bessere Methoden gefunden haben, die Behörden austricksen?
Ich weiß es nicht.
Unabhängig davon bin ich durchaus der Ansicht, dass der Nachfrageeinbruch von Seiten der Yuppies eine Rolle beim Kokain-Preiseinbruch gespielt hat.
*** Und ein weiterer Nachtrag. Zum Thema „US-Zentralbank".
Da kursiert ein (meiner Ansicht nach) „schönes" Video zum Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke. Ich glaube, darauf hatte ich Sie aber auch schon einmal hingewiesen, bin mir nicht sicher.
Hat mir gut gefallen, und bitte nur anschauen wenn Sie 4 Minuten Zeit für „leichte Kosten" haben:
Mit herzlichem Gruß,
Ihr
Michael Vaupel