Es fehlen 2-3 Generationen an guten, erfahrenen Geologen
Profit Radar
vom 8. Juni 2011, 19:00 Uhr
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Wie die jungen Generationen so sind, wollen sich die jungen, aufstrebenden Geologen jedoch nicht mehr wirklich die Hände schmutzig machen. Die wollen lieber bequem im gut temperierten Labor sitzen und geologische Daten auswerten, als sich wirklich auf den Projekten vor Ort zu arbeiten.
Das bedeutet: Es wird noch mal schwerer für Firmen werden, Geologen der „alten Schule" zu finden, die auch bei Eiseskälte im Norden Kanadas und der Mongolei oder in der gleißenden Hitze Südamerikas und Australiens direkt vor Ort die Explorationen überwachen und organisieren. Ganz abgesehen davon, dass die jungen Generationen überhaupt nicht über die praktische Erfahrung verfügen.
Die Erfahrungslücke müssten ja eigentlich die mittleren Generationen in den kommenden Jahren schließen. Aber in diesen Jahrgängen gibt es einfach kaum Geologen. Was bedeutet diese Entwicklung für den Rohstoffsektor? Nun, sie ist positiv. Denn sie wird fraglos dazu führen, dass viele Projekte aufgrund von Mangel an qualifiziertem Personal dann nicht so schnell entwickelt werden können, wie es die jeweiligen Rohstoffunternehmen eigentlich gerne hätten.
Damit ist klar: Diese Entwicklung ist also grundsätzlich bullisch für die Rohstoffpreise, aber sehr negativ für die jeweiligen Firmen. Das wird vor allem für junge Explorer gelten, die in schwierigen Abbaugebieten sitzen. Denn sehen wir den Fakten in die Augen. Die Top-Konzerne wie BHP oder Rio Tinto werden ihre Leute immer finden und vor allem bei einem Personalmangel auch mit Top-Gehältern locken können.
Da können kleinere Explorer überhaupt nicht mithalten. Damit wird auf Rohstoff-Anleger in einigen Jahren eine sehr schwierige Situation zukommen. Denn dann wird es bei der Auswahl der richtigen Explorer nicht mehr reichen, einfach nur die Potentiale der Abbaugebiete richtig einzuordnen. Dann muss man auch die Qualitäten der Geologen richtig einschätzen können.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Wiedersich (08.06. 2011 21:05 Uhr):
Hallo, auf einen solchen Artikel habe ich schon lange gewartet! Ich bin Erdwissenschaftler, und als ich mein Studium absolvierte, hatten wir alle Jobsorgen. Manche waren gezwungen, etwas vollkommen anderes für den Gelderwerb anzunehmen, andere, wie ich, konnten in Instituten arbeiten. Dass dieses Problem auftreten würde, ist seit 25 Jahren vollkommen klar. Der schweinezyklusähnliche Ablauf war auch bei den Ingenieuren in den 1980er Jahren zu beobachten, als etliche zehntausend junge Ingenieure auf der Straße standen! Im Grunde kann man darüber nur den Kopf schütteln, da solche Abläufe nichts anders als nur logisch sind, wenn ausschließlich ein möglichst großer Gewinn im Vordergrund steht und ein dementsprechendes Denken, das allenfalls vom Aufstehen bis unter die Dusche reicht. Wir haben übrigens schon in den 80er Jahren, als es genug Geologen gab, immer mit der Minimalbesetzung bearbeitet! Die Jammerei der Firmen - und Börsianer - geht somit nur auf die Nerven! (Was gewiss nicht gegen Sie persönlich gemeint ist - Sie bringen die Sache ja auf den Tisch)! Gruß Wiedersich
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