Erstaunliche Parallelen - Alarmstufe dunkelgelb

Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


von Ronald Gehrt

Guten Morgen, sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Ich möchte Ihren Blick angesichts der erstaunlich hohen Verkaufsbereitschaft nach auch guten Quartalsberichten noch mal auf die auffälligen Parallelen zwischen dem aktuellen Kursbild des Dax und der Situation im Mai 2006 lenken. Diese hatte ich ja bereits in der letzten Woche grob aufgezeigt.


Denn diese hohe Bereitschaft, auch kurze Rallyes nach guten Zahlen zum Verkauf zu nutzen, ist zumindest ein nicht zu unterschätzender Hinweis auf eine hohe Verkaufsbereitschaft, die dabei auf schwindende Käuferschichten trifft ... wie es nun einmal gegen Ende eines Trends so ist. Zumal auch ein schnell fallender Ölpreis und relativ gute Konjunkturdaten kaum positive Reaktionen zeitigen, Bemerkungen des US-Notenbankchefs zu grundsätzlichen Problemen ohne unmittelbare Auswirkungen jedoch scharfe Verkäufe auslösen ... so bemerkenswert diese Kommentare auch waren, dazu mehr im dritten Abschnitt.

Übrigens hatte die Notenbank auch vor der Mai-Korrektur nicht ganz unproblematische Äußerungen getätigt. Damals war es ein heiß diskutiertes Statement nach einer Zinssitzung ... aber das nur nebenbei.

Die Lage gestern, am 18. Januar 2007

Bitte sehen Sie sich einmal den aktuellen Dax-Chart an.

Chart

Wir laufen seit sechs Monaten in einem relativ schmalen Aufwärtstrendkanal nach oben. Seitdem wurden fast 25% Kursgewinn erreicht. Zuletzt kam vor knapp zwei Monaten eine etwas spürbarere Korrektur. Seitdem bleibt der Dax zwar im Trendkanal, kann aber dessen obere Begrenzung nicht mehr erreichen. Vielmehr lässt sich nun eine „Fanglinie“ erkennen (rot gestrichelt), die offenbar für die Kurse Bremswirkung hat.

Nach einem kräftigen Anstieg an einem einzigen Tag in der Vorwoche hat der Dax zwar ein neues Hoch erreicht, tritt nun aber schon seit fünf Tagen auf der Stelle. Problematisch wirkt dieser plötzliche Dynamikverlust auf die Markttechnik: Der MACD hat ein bislang noch hauchdünnes Verkaufssignal generiert, während die negativen Divergenzen des RSI immer markanter werden.

Die Lage am 11. Mai 2006

Und nun die Analyse zum Chartbild am 11. Mai 2006, an dem Tag, mit dem die scharfe Korrektur begann:

Chart

Wir laufen seit etwas mehr sechs Monaten in einem relativ schmalen Aufwärtstrendkanal nach oben. Seitdem wurden fast 25% Kursgewinn erreicht. Zuletzt kam vor gut zwei Monaten eine etwas spürbarere Korrektur. Seitdem bleibt der Dax zwar im Trendkanal, kann aber dessen obere Begrenzung nicht mehr erreichen. Vielmehr lässt sich nun eine „Fanglinie“ erkennen (rot gestrichelt), die offenbar für die Kurse Bremswirkung hat.

Nach einem kräftigen Anstieg an einem einzigen Tag in der Vorwoche hat der Dax zwar ein neues Hoch erreicht, tritt nun aber schon seit drei Tagen auf der Stelle. Problematisch wirkt dieser plötzliche Dynamikverlust auf die Markttechnik: Der MACD hat ein bislang noch hauchdünnes Verkaufssignal generiert, während die negativen Divergenzen des RSI immer markanter werden.

Vorsicht!

Die Börse ist nicht so simpel, dass sie sich einfach kopieren lässt, das steht außer Frage. Aber anhand der nur minimalen Veränderungen, welche ich in der Beschreibung der Lage am 11. Mai gegenüber der Lage gestern vornehmen musste ist dennoch klar: Die Parallelen sind markant, wie es nur selten vorkommt.

Und dies bedingt die Aussage: Die Wahrscheinlichkeit, dass wir jetzt ganz unmittelbar vor eine scharfen Korrektur stehen, ist ein Vielfaches höher als in den letzten Wochen. Es muss nicht so kommen ... aber Alarmstufe dunkelgelb ist zumindest angebracht ... aufpassen!

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende – bis Montag!

Ronald Gehrt


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