Erneute Schwächesignale aus der Wirtschaft

in Kapitalschutz Akte zum Thema Aktien
vom


Was für eine volatile Handelswoche! Nachdem der DAX 30 am Montag zwischenzeitlich unter die Marke von 6500 Zählern fiel, kam es im weiteren Wochenverlauf zu einer leichten Erholung.


 

Am Freitag ging der Markt dann wieder über 6800 Punkten ins Wochenende. Unter dem Strich sprang sogar ein leichtes Plus heraus. Sehr wahrscheinlich, dass es auch künftig weiter hochvolatil und hypernervös zur Sache gehen wird. Nicht zuletzt auch wegen der beiden anstehenden wichtigen Wahlen am kommenden Sonntag. Zum einen wählen die Franzosen ja einen neuen Präsidenten, und zum anderen finden ja auch in Griechenland vorgezogene Parlamentswahlen statt.

 

Volkswagen-Vorzugsaktie als Wochengewinner

 

Mit Blick auf die Entwicklung der deutschen Standardwerte stach in der vergangenen Woche ganz klar die herausragende Performance der Volkswagen-Vorzugsaktie positiv heraus. Nach unerwartet starken Zahlen zum ersten Quartal schoss das Papier des Autobauers um zwölf Prozent nach oben. Dagegen fiel das Plus bei Fresenius mit gut vier Prozent auf Wochenbasis relativ mager aus. Ebenso bei der Nr. 3, der Bayer-Aktie, die gut drei Prozent zulegen konnte.

 

Kursverfall der Metro-Aktie hält an

 

Auffällig war indes weiter, dass die Talfahrt der Metro-Stammaktie weiter ungebremst anhält. Letzte Woche ging es hier um weitere fünf Prozent auf ein Niveau unter 24 Euro nach unten. Wohl gemerkt, noch Ende 2010 stand die Aktie bei knapp 60 Euro! Daneben ging es auch noch bei der RWE-Aktie um fast vier Prozent nach unten. Last but not least verlor die MAN-Stammaktien gut drei Prozent.

 

Bremsspuren in der Realwirtschaft

 

Ja, an den Börsen wie in der Realwirtschaft läuft es derzeit alles andere als rund. Trotz der Billionen an Stützungsgelder der Notenbanken kann von einem stabilen und nachhaltigen Aufwärtstrend keine Rede sein. Im Gegenteil, es gibt erste Anzeichen, dass die Bremsspuren in der Realwirtschaft doch gravierender als gedacht sein könnten. Möglicherweise werden die Schwächesignale aus der Realwirtschaft immer noch massiv unterschätzt.

 

Schwacher Auftragseingang

 

In den USA wurden ja erst jüngst die März-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter veröffentlicht. Und hier gab es zur Überraschung der Optimisten wahrlich miese Nachrichten. Ein Rückgang von sage und schreibe 4,2 Prozent im Monat März spricht schon für sich. Dieser Wert lag deutlich unterhalb der Erwartungen. Es handelt sich dabei um den größten Rückgang in einem einzelnen Monat seit dem Januar des Krisenjahres 2009. Hinzu kommt zum Beispiel weiter, dass Großbritannien nun im ersten Quartal auch offiziell zugegeben in eine Rezession abrutschte und die Probleme in den Krisenstaaten der Euro-Zone alles andere als nur annähernd gelöst sind.

 

Einsatz der Gelddruckmaschine bisher wenig erfolgreich

 

Nochmals sei an dieser Stelle betont, dass trotz der historisch beispiellosen Maßnahmen der Notenbanken sich keine dauerhafte und vor allem stabile Besserung der realwirtschaftlichen Lage ergibt. Allein die USA-Notenbank hat ja ihre Bilanzsumme verdreifacht auf 17 Prozent des US-BIP. Die EZB war sogar noch „aktiver". Hier wurde die Bilanz auf sage und schreibe 30 Prozent des BIP aufgeblasen.

 

Ja, wir reden hier von unvorstellbar hohen Billionen-Beträgen in der jeweiligen Papierwährung. Und der Erfolg dieser Aktionen ist bislang überaus mäßig...

 

 

Zum zweiten Teil von: Gespräch mit dem Sohn
von
Dr. Martin Weiss
Dr. Martin Weiss

An der Wall Street ist Dr. Martin Weiss eine Institution. Ein unbequemer Analyst, der kritische Fragen stellt, Missstände aufdeckt und Skandale beim Namen nennt.


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Kommentar von werner

Bei einem Finanzsystem, das auf Zinseszins basiert, gibt es keine dauerhaften Lösungen!

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Kommentar von Laufer

Die Papierscheinproduktionen der Notenbanker können letztlich nur Ergebnisse erzielen wie es bei Monopoly-Spielen üblich ist.

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