Erneuerbare Energien: Frankreich holt auf
Profit Radar
vom 21. Juli 2009, 19:00 Uhr
ENL5454
Bisher haben die Franzosen die Deutschen wegen ihres Umweltfimmels häufig belächelt. Und jetzt geben sie selbst richtig Gas. Mit ehrgeizigen Plänen wollen sie die Deutschen jetzt sogar überholen. Ganz unbescheiden wollen es sogar besser machen als ganz Europa. Das könnte ihnen sogar gelingen.
Denn schon jetzt Frankreich - man höre und staune - nach Deutschland der zweitgrößte Produzent von erneuerbaren Energien in Europa. Da Energie-Werte aufgrund der stark gefallenen Energie-Preis an der Börse derzeit völlig unbeliebt sind, ist es Anleger jetzt die beste Gelegenheit, sich in Frankreich in diesem Bereich umzuschauen. Hier gibt es antizyklisch noch gutes Geld zu verdienen.
Zum Beispiel mit GdF Suez (ISIN FR0010208488). Das 1946 gegründete Energie-Unternehmen ging erst vor 4 Jahren an die Börse und fusionierte vor einem Jahr mit Suez zu Gdf Suez. Damit ist aus dem ehemaligen Staatsunternehmen der drittgrößte Strom- und Gaskonzern der Welt geworden. Mit Liberalisierung hat das zunächst wenig zu tun, wie das jüngste Kartellurteil der europäischen Kommission zeigt.
Dabei hatte Gdf Suez schon immer volle staatliche Rückendeckung, um es einmal vorsichtig zu formulieren. Präsident Sarkosy hat sich mehrfach persönlich eingeschaltet, um die Fusion zu beschleunigen. Denn nationale Big-Player sind in Frankreich erwünscht, was den Franzosen häufiger den Ruf des Protektionismus einbringt.
Immer wieder wird zur Energiesicherheit eines Landes ein ausgewogener Energiemix verlangt. GdF Suez bietet diesen Energiemix schon jetzt: Zur Energie-Palette gehören neben Atomstrom sowie Erd- und Flüssiggas auch Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft und sogar Biomasse und Biogas. Durch diesen breit aufgestellten Ansatz kann GdF Suez Schwankungen in einzelnen Sektoren besser abfangen als Unternehmen, die sich nur auf eine oder wenige Branchen fokussiert haben.
Gdf Suez gibt sich mit seinem Heimatland Frankreich schon lange nicht zufrieden. Neben dem ausbalancierten, zukunfsträchtigen Branchen-Mix ist der Energie-Multi auch geografisch breit aufgestellt. Ein Biomasse-Kraftwerk in den Niederlanden, ein Flüssiggas-Terminal in Abu Dhabi, Wasserkraftwerke in Brasilien, Öl- und Gasexploration in Aserbaidschan, um nur einige Projekte zu nennen.