Erinnerung an die 70er
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 25. Februar 2008 20:45 Uhr
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Fakt 3: Die Wiederauferstehung der Stagflation
Nun, die Inflation ist da, nicht gefühlt sondern real. Zeitgleich aber haben die USA ja nun auch noch mit einer Rezession, oder mit einer wirtschaftlichen Fast- Stillstandsphase zu kämpfen. Eigentlich erwartet man in Rezessionsphasen keine steigenden Preise. Wenn diese aber auftreten, wie jetzt, dann ist dies meist nur der staatlichen Einmischung zu verdanken, wie jetzt. Die Politik der US-Zentralbank ist der Konjunkturförderung gewidmet, führt aber zeitgleich zu einer Inflationsförderung. Dieses Szenario aus Inflation und Rezession nennt man Stagflation.
Und nicht wenige fühlen sich momentan an die Zeit der späten 70er Jahre und beginnenden 80er erinnert.
Damals befand sich die USA ebenfalls in einer Phase der Stagflation. Im Jahre 1980 stieg die Inflationsrate in den USA auf fast 15 % an. Zeitgleich sank das Bruttoinlandsprodukt massiv ab. Auch in der damaligen Rezession griff die US-Zentralbank, damals noch mit Hilfe von Alan Greenspan ins Geschehen ein und entwickelte die so genannte Fiat-Money-Lösung. Damit wurde der Goldstandard abgeschafft und einer Ausweitung der Geldmenge M3 stand nichts mehr im Wege.
Nun erinnert die Gegenwart an das damalige Szenario: Wirtschaftsabschwächung und steigende Inflation, forciert durch die Eingreiftruppe der FED. Gegenwärtig hat es tatsächlich noch immer den Anschein als sei Ben Bernankes Strategie klar: zuerst die Konjunktur, dann die Inflation.
Was dieses Szenario für Rohstoffanleger bedeutet!
Man wird sehen wie und vor allem wie schnell sich die USA weiter entwickeln. Und irgendwann wird sich Bernanke dann auch dem Problem der Inflation annehmen müssen.
Dies verheißt für Anleger auch weiterhin volatile Aktienmärkte, vor allem in den USA.
Dies heißt aber auch: Die Zeit der Rohstoffbullen ist angebrochen. Und es geht nicht mehr nur um Gold, das traditionelle Mittel zur Wahl der Absicherung. Selbst so eigentlich konjunkturanfällige Rohstoffe wie die Industriemetalle profitieren gegenwärtig von der Beliebtheit von Rohstoffanlagen. Aber eben auch Öl.
Denn die Spekulanten erinnern sich nicht grundlos an die Zeit der Stagflation Ende der 70er / Anfang der 80er.
Damals schoss nicht nur der Goldpreis auf sein erst vor kurzem geknacktes All-Zeit-Hoch, nein, auch die Ölpreise verbuchten einen massiven Preisanstieg. Zwar ging dies damals zeitgleich auch mit dem Iran-Irak-Konflikt einher, doch derartige geopolitische Brennpunkte in ölfördernden Regionen haben wir auch heute zu bieten. Dabei ist es fast egal ob sie nun Nigeria, Venezuela, Irak oder Iran heißen, das Resultat war und ist das gleiche: Die Spekulanten stürmen den Ölmarkt.
Oder wie mein Opa immer zu sagen pflegt: Die Zeiten ändern sich, nicht aber die Menschen.
Wirklich interessant ist aber der einzige Unterschied zwischen heute und damals: Damals gab es weder das moderne China von heute, noch die anderen Schwellenländer mit ihrem starken Volkswirtschaftswachstum, die heute den Nachfragerückgang nach Rohstoffen in den USA, mit ihrer eigenen steigenden Nachfrage substituieren können.
Fazit
Als Fazit möchte ich heute folgendes gelten lassen: Nach wie vor gehe ich davon aus, dass eine Korrektur der Ölpreise dem überhitzten Markt wirklich ganz gut tun würde, auf short-Positionen würde ich aber im Angesicht der Spekulanten momentan verzichten.
So long liebe Leser….so viel für heute einmal…morgen gibt’s ein paar Grafiken zu dieser Thematik…bis morgen
Ihre Miriam Kraus
Belehrung:
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