Erholungsstory wird langsam zur reinen USD-Schwäche
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 22. Mai 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
mittlerweile mehren sich die Zeichen, dass das was als Erholungsstory auf breiter Front begann (und damit Druck auf die Safe-Haven-Währung USD ausübte), sich mehr und mehr in eine reine USD-Schwäche wandelt.
Dies wurde insbesondere gestern deutlich, als Aktien, US-Treasuries und der USD gemeinsam unter Druck gerieten, was darauf schließen lässt, dass langsam das Vertrauen in die Politik von FED und US-Finanzministerium schwindet.
Es scheint als seien die Investoren mittlerweile mit ihrer Geduld am Ende, gegenüber der FED, die wild entschlossen scheint ihre Quantitative-Easing-Maßnahmen auch im Angesicht des Beginns einer möglichen wirtschaftlichen Erholung zu erweitern. Dieses Vorgehen der FED verstärkt allerdings wiederum das Risiko, dass die FED ihre defizitären Monetarisierungsmaßnahmen nicht rechtzeitig beenden können wird, bevor die Inflation durchbricht.
S&P-Prognose für UK-Rating verschärft die Angst vor einer möglichen Abstufung der US-Wirtschaft
Unterstützend wirkt in diesem Zusammenhang mit Sicherheit die gestrige Entscheidung der Rating-Agentur S&P die ihre Prognose für die Aufrechterhaltung des Triple-A-Ratings für UK von stabil" auf negativ" gestuft hat.
Sollte die britische Wirtschaft tatsächlich ihr AAA-Rating einbüßen, so ist sich der Konsens sicher, wird die US-Wirtschaft mit Sicherheit rasch das gleiche Schicksal ereilen.
Doch die Auswirkungen einer möglichen Abstufung der US-Wirtschaft sind deutlich verheerender, als jene bei Abstufung der britischen Wirtschaft, denn der USD repräsentiert noch immer rund 60 % der weltweiten Währungsreserven.
Die Möglichkeit einer Abstufung der US-Wirtschaft würde erwartungsgemäß zu einer massiven Umschichtung von USD-Reserven in andere harte und liquide Währungen wie EUR, JPY, AUD und CAD führen, was aktuell bereits Druck auf die US-Währung ausübt.
Es geht mittlerweile also wohl nicht mehr nur um die Recovery-Story welche den USD schwächt, sondern endlich immer gezielter um das massive Defizit der USA und die Aggressivität der FED-Maßnahmen.
EUR/USD setzt seit Beginn der Woche seinen Aufwärtstrend wie erwartet fort und notiert aktuell bei 1,3957. Trotz des anstehenden Wochenendes, was eher dagegen spricht, dass der Markt sehr aggressiv vorgehen wird, scheinen doch weitere USD-Verluste anzustehen. Die Stabilität des Trends lässt zunächst weiteren Raum offen für einen Test der 1,4184. Ein nachhaltiges Überschreiten dieser Marke, könnte weitere Gewinne bis in Richtung der 1,46 ermöglichen. Mögliche zwischenzeitliche Rücksetzer in Richtung der 1,3746 könnten in der kommenden Woche dennoch möglich werden.
Quelle: CFX-Broker
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