Erholungsbewegung beim Euro vor Bewährungsprobe
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 14. Dezember 2010, 08:30 Uhr
die Aktienmärkte kamen gestern kaum vom Fleck, was aber auch nicht gerade verwunderte. Nachrichten waren Mangelware und am Ende der Handelswoche tanzen schließlich wieder die Hexen an der Börse - so wird der große Verfallstag an der Eurex (Terminbörse) auch genannt. Von Tag zu Tag nimmt der Einfluss des Hexensabbats zu, Kurse werden von den großen Adressen im Markt in die gewünschte Richtung gelenkt.
Dennoch ist der gestrige Handelstag leicht positiv zu werten: Der Dax hat es geschafft, die 7.000er-Marke zu verteidigen - dies ist wohl ohnehin der Wunsch der Mehrzahl der Marktteilnehmer, zumindest bis zum Verfallstermin am Freitag.
Besser gelaunt waren die Euro-Anhänger. Die europäische Gemeinschaftswährung konnte gestern eine Rallye starten und steht jetzt unmittelbar vor einer wichtigen Hürde, der 1,34er-Marke. Der forsche Anstieg hat aber noch andere Bewährungsproben zu bestehen. Am Donnerstag und Freitag findet in Brüssel das Gipfeltreffen der EU-Staats- und -Regierungschefs statt. Dort könnten grundlegende Maßnahmen diskutiert werden, die die Eurozone künftig ganz anders funktionieren lässt. Entsprechend heiß könnte es daher am Devisenmarkt hergehen, und die jüngste Erholungsbewegung könnte schnell Makulatur werden. Man darf also gespannt sein, was diese Woche noch so bringen wird.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | +0,33% |
| Dow Jones: | +0,16% |
| S&P 500: | +0,00% |
| Nasdaq: | -0,36% |
| EUR/USD: | +0,06% |
| Gold: | +0,49% |
| Silber: | +3,57% |
| Öl (Sorte Brent): | +0,44% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit drem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): Short-Einstieg verweigert
Es war ein typischer Wochenanfang. Nachrichten blieben aus, und damit Impulse, die notwendig gewesen wären, um weiter nach oben streben zu können. Nur einmal hätte ich einen Einstieg anbringen können, doch als der deutsche Leitindex an seinem Jahreshoch scheiterte, waren eigentlich meine Bedingungen an einen Short-Einstieg erfüllt gewesen. Ich verweigerte aber diese Positionseröffnung, da ich schon anderweitig investiert war und in diesem lethargischen Aktienmarktumfeld nur wenig Potenzial sah. Ein paar Punkte wären es am Ende doch gewesen. Es war aber richtig gewesen, meine Konzentration voll auf den Devisenmarkt zu bündeln - siehe EUR/USD-Beitrag.
Wie schon am Freitag, so hat der Dax auch gestern nur einen kleinen Radius für seine Ausflüge genutzt. Die Voraussetzungen sind damit unverändert, was sich auch auf die Trigger-Marken für Trade-Aktivitäten auswirkt. Ich kann daher 1:1 die gestrige Analyse verwenden, was aus Zeitgründen heute auch gar nicht anders möglich ist, denn ich bin ja schon sehr zeitig einen Trade eingegangen.
Die bullisch eingestellten Marktteilnehmer haben natürlich nur ein Ziel: Möglichst bald ein neues Jahreshoch markieren. Wird also die Bestmarke bei 7.040 Punkten überwunden, und reicht die Aufwärtsdynamik dann auch noch aus, um über 7.050 Punkte zu klettern, gehe ich long. Bei 7.100 Zählern stehen dann Gewinnmitnahmen auf dem Programm, es sei denn, die Bullen wollen zu Wochenbeginn eine Duftmarke setzen - schließlich werden heute keine Spielverderber-Nachrichten erwartet, so dass ein Zug, der ins Rollen kommt, eine weite Strecke hinter sich bringen kann. Die Frage wird nur sein, wer den Impuls dazu initiieren kann - da bleibt wohl nur die Charttechnik übrig bzw. das Überwinden des Jahreshochs.
Kommt der Zug aber gar nicht aus dem Bahnhof heraus und bleibt am Jahreshoch (bzw. vor der 7.050er-Marke) stecken, gehe ich short. Dies gilt auch, wenn es nach deutlich höheren Notierungen wieder unter das bisherige Jahreshoch geht. An der 7.000er-Marke setze ich wieder auf die Bullen, sofern diese an diesem neuralgischen Punkte gegenhalten können.
Einstiege zwischen 6.650 und 7.000 Punkten nehme ich nicht vor, dies ist eine Grauzone. Zu viele Signale und Fehlsignale gab es hier schon in der letzten Woche. Dies ist mir zu heiß! Geht es aber klar unter 6.950 Punkte, werde ich eine Short-Position eröffnen. Dann sollte es auf Tagesbasis bis 6.910 Punkte abwärts gehen (der nächsten Unterstützung).
Ist der deutsche Leitindex zwischenzeitlich in die Grauzone abgerutscht, berappelt sich dann aber wieder, gehe ich long, wenn die 7.000er-Marke zurückerobert werden kann.
Tendenziell sieht es aber eher danach aus, also ob heute ein neues Jahreshoch markiert werden könnte.
Gestriges Ergebnis: kein Trade
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): An der Einschätzung hat sich durch die gestrige Entwicklung nichts geändert.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
