Erdöl: Warum die Korrektur noch nicht beendet ist!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 13. Juli 2009, 20:00 Uhr
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Nachdem die Ölpreise bis Mitte Juni in noch nicht einmal 2 Monaten von unter 50 US-Dollar pro Barrel auf über 70 US-Dollar pro Barrel gestiegen waren, musste es fast zwangsläufig zu einer Korrekturbewegung kommen. Zu schnell, zu stark verlief der Preisanstieg - zu sehr auf Hoffnungen ruhend, als auf fundierten Tatsachen. Ich hatte in den Wochenrück- und Ausblicken seit Anfang Juni mehrmals auf die wachsende Gefahr einer anstehenden Korrekturbewegung hingewiesen.
Gründe die für den Abwärtstrend sprechen!
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Die konjunkturelle Entwicklung
Ein Großteil des starken Aufwärtstrends der Erdölpreise bis Mitte Juni ist vor allem einer, zu der Zeit, stark verbesserten Stimmung geschuldet. So genannte Green Shoots - wie es die Amerikaner auszudrücken pflegen - sahen viele Marktteilnehmer als Anlass, um an eine baldige Erholung der Weltwirtschaft zu glauben. Doch mittlerweile ist eine Art Realitätsbewusstsein durchgesickert - nun zählen nicht mehr nur schlichte Impulse, man wartet stattdessen auf konkrete Ergebnisse. Welche bislang aber ausbleiben! In den USA belastet die hohe Arbeitslosigkeit und auch in Europa schrumpft die Wirtschaft weiter.
Dies führt dazu, dass sich der Fokus nun verstärkt auf die tatsächlichen Fundamentaldaten im Ölmarkt richtet - insbesondere auf die Nachfrageentwicklung.
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Weiterhin schwache Nachfrageentwicklung
Fast wie zur Bestätigung der schwachen Daten zum US-Verbrauchervertrauen, prognostiziert die International Energy Agency (IEA) einen weltweiten Erdöl-Nachfragerückgang um 2,9%. Das entspricht etwa einem Rückgang um 2,5 Millionen Barrel pro Tag. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem der starke Verbrauchsrückgang in den OECD-Staaten.
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Ölangebot steigt wieder
Die IEA erwartet nicht nur weiterhin eine rückläufige Nachfrage, sondern mittlerweile auch noch ein wieder wachsendes Angebot auf dem Ölmarkt. So hat die IEA ihre Prognose für die weltweite Ölproduktion im laufenden Jahr um 190.000 Barrel auf 50,8 Millionen Barrel pro Tag angehoben. Damit wurde die ursprüngliche Angebotsschätzung um 330.000 Barrel pro Tag angehoben. Zum größten Teil ist dies den Nicht-OPEC-Staaten geschuldet. Insbesondere Russland hat seine Förderung - aufgrund der höheren Preise - deutlich angehoben. Dies wiederum belastet aber offenbar auch die bislang überraschend strenge Quotendisziplin der OPEC. Auch dort ist die Förderung in den letzten 2 Monaten in Folge gestiegen.
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CFTC will härter gegen Spekulanten vorgehen
Auch dies ist ein sehr wichtiger Punkt, denn immerhin ist - wie gesagt - ein Großteil der Preisentwicklung den Spekulanten geschuldet. Doch seit die US-Börsenaufsichtsbehörde CFTC angekündigt hat, stärker gegen Öl-Spekulanten vorgehen zu wollen, ziehen sich diese offenbar langsam aus dem Markt zurück. In der Woche bis zum 7.Juli haben die Spekulanten den COT-Daten zufolge ihre Netto-Long-Position um 25.420 Kontrakte - oder 62% gegenüber der Vorwoche - reduziert. Spekulative Long-Positionen überwiegen damit die Short-Positionen nur noch um 15.357 Kontrakte.
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