Er lässt es einfach nicht!
Axel Retz in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 24. Mai 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Liebe Leserinnen und Leser,
er kann es doch nicht lassen: Gestern abend, der deutsche Aktienmarkt hatte bereits geschlossen, ergriff Ex-Notenbankchef Alan Grenspan wieder das Wort. Hatte er unlängst wiederholt vor einem Rezessionsrisiko in den USA gewarnt, ist es nun der chinesische Aktienmarkt, der ihm rückschlagsgefährdet erscheint.
Nun gut. Dir Aktienmärkte in Fernost reagierten heute morgen so gut wie gar nicht auf diese Warnung, und die Verluste an der Wall Street bewegten sich im Rahmen einer ganz normalen, kleinen Korrektur.
Die Devisenbörsen zuckten ebenfalls nur mit den Schultern. Für sie würde ein Kurseinbruch in China erst dann relevant, wenn sich dadurch Verschiebungen bei den Wechselkursen bei USD/Yen ergeben sollten. Denn die chinesische Währung ist ja unverändert an den Dollar gekoppelt, kann sich also in solch einem Fall nicht entsprechend bewegen.
Fragt sich, was der Alt-Notenbanker eigentlich beabsichtigt. Die Blase der New Economy und danach des Immobilienmarktes gehen zu einem Großteil auf seine Geldpolitik zurück. Erst das Süppchen einzubrocken, dann abzutreten und „Feuer" zu rufen, hinterlässt einen faden Beigeschmack.
Natürlich würde ein massiver Kursrücksetzer in China auch die anderen Weltbörsen betreffen. Und vermutlich auch den Dollar unter Druck setzen. So weit ist es aktuell aber nicht. Im Gegenteil: Die von mir in der letzten Woche erwartete Konsolidierung bei EUR/USD läuft. Mehr dazu im nächsten Beitrag.