Entwarnung von Bernanke
Daniel Fehring in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 20. Juli 2006 08:30 Uhr
ENL5454
In der gestrigen Ansprache vor dem Kongress hat Notenbank Chef Ben Bernanke Entwarnung für weitere Zinserhöhungen in den USA gegeben. Nach seinen Worten waren die 17 Zinserhöhungen in Folge ein wesentlicher Schritt, die laufende Konjunktur in den USA etwas einzubremsen.
Da sich Zinsschritte erst nach einer gewissen Zeit auswirken, sollte erst einmal abgewartet werden. Aber nach den absoluten Daten der FED (Federal Reserve) zeigen sich erste Tendenzen zur Verlangsamung des Wirtschaftswachstums.
EUR/USD
Der EUR hatte nach der Rede von Bernanke einen erstaunlichen Anstieg. Erstaunlich deswegen, weil die Rede positiv war und eigentlich den USD stärken sollte. Aber die Analysten unserer Welt sehen nur das Zinsniveau. Was für ein Fehler. Hätte der Notenbank Chef weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt, dann wäre der EUR vielleicht unter Druck gekommen und viele hätten spekuliert, dass die Inflation in den USA nicht in Griff zu bekommen ist. Dann wäre der EUR auch wieder gestiegen. Letzten Endes stellt sich immer wieder heraus, dass der Markt seine eigenen Regeln hat. Die Auswirkungen von Wirtschaftsdaten und grosse Reden können nicht technisch vorher gesehen werden.
EUR/JPY
hatte gestern in der Nacht zu Handelsbeginn in Asien seinen Tiefpunkt gesehen. Das kurzfristige Low von 146,30 wurde noch einmal angetestet und erwiess sich als gute Unterstützung. Seit dem war der EUR auf dem Aufwärtstrend. Dennoch wird die Luft oberhalb der Marke von 147 immer dünner. Speziell auf dem Level von 147,20 treten grössere Adressen als Verkäufer auf. Wir von Devisen Signale, versuchten gestern einen Short bei 147,18 einzugehen. Dieses Limit wurde mit 2 Pips nicht erreicht. Ich war etwas ärgerlich (gelinde ausgedrückt), da es ein guter Trade gewesen wäre.
USD/JPY
Nach der Rede von Bernanke geriet der USD auch gegen den JPY unter Druck. Das High wurde gestern bei 117,85 gesehen, danach setzte der Freifall ein und bis 19.00 Uhr wurde noch kein Schirm gezogen. Im Bereich von 117 wurden viele Stopps ausgelöst und somit setzte sich die Lawine fort.
