Entspannung aus Griechenland
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 4. März 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
der DAX preschte in den letzten Tagen weit vor. An guten Konjunkturdaten dürfte das nicht (nur) gelegen haben. Eher an der sich entspannenden Griechenland-Problematik, die auch dem Euro wieder Unterstützung liefert. Griechenland stellte gestern ein Sparprogramm vor, bei dem durch höhere Verbrauchssteuern, die Einfrierung aller Renten und die zehnprozentige Kürzung aller Netto-Gehälter der Staatsbediensteten 4,8 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Ob das Sparprogramm alleine ausreicht, das ausufernde Defizit deutlich zu reduzieren, ist allerdings weiterhin unklar. Aber dann steht ja immer noch die EU bereits, den Pleitekandidaten zu „retten". Damit dürfte das Thema an den Märkten vorerst ausgeblendet werden.
Die gestrigen Konjunkturdaten fielen ebenfalls überwiegend positiv aus. Der ISM-Einkaufsmanagerindex erhöhte sich von 50,5 Zählern auf 53,0 Punkte, während die Volkswirte im Schnitt nur mit einem Anstieg auf 51,0 Punkten gerechnet hatten. Die ebenfalls veröffentlichten Arbeitsmarktdaten des Personaldienstleisters ADP für Februar lagen im Rahmen der Erwartungen. Der Stellenverlust im Februar in den USA lag bei 20.000. Die Dienstleistungsindizes für Deutschland und die EWU hingegen lagen jeweils leicht unter Vormonatsniveau.
Interessant finde ich die Äußerungen des Präsidenten der regionalen Federal Reserve Dallas, Richard Fisher. Er erklärte, dass Banken, deren Größe ein Scheiternlassen verbietet (Too big to fail), aufgespalten werden sollten, um das Finanzsystem sicherer zu machen. In seinem bisher deutlichsten Aufruf zur Umgestaltung der Finanzindustrie meinte Fisher, dass die Märkte nur dann ordentlich funktionieren könnten, wenn diejenigen Institutionen, welche große Risiken eingehen, auch scheitern dürften. Wie wahr. Ich hatte schon die Befürchtung, dass die seit einigen Monaten diskutierte US-Bankenreform, die die Einstandspflicht des Steuerzahlers begrenzen soll, ganz im Sande verläuft. Na mal sehen, was am Ende dabei herauskommt.
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