Energiewende – auf Unternehmensebene
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 18. April 2011, 12:00 Uhr
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Letztens schrieb ich zum Thema „Energiewende":
„Dann noch zum Punkt: Die Industrie kann ihren Stromverbrauch nicht leicht senken. Irrtum. Da schrieb mir doch letztens ein Freund aus Bundeswehrzeiten (...) er sei jetzt bei Siemens...."
Genau. Freund John. Von dem wollte ich noch berichten. Also:
Er hat auch ohne Initiierter der Trader´s Daily-Gemeinde zu sein eine höchst interessante Aufgabe: Arbeitet bei Siemens und ist da auf der Suche nach Möglichkeiten, Energie einzusparen. Verbesserung der Energie-Effizienz heißt das Schlagwort - und vorausschauende Manager fördern Männer wie John massiv.
Ein Beispiel: Im Krefelder Stadtteil Uerdingen unterhält Siemens ein großes Werk zur Herstellung von Hochgeschwindigkeitszügen. 180.000 Quadratmeter, verteilt auf 25 Produktionshallen. Da geht es schon los: Wenn die großen Werktore im Winter länger als notwendig offen stehen, wird unnötig Energie verbraucht. Freund John und andere gehören zu denjenigen, welche Lösungen entwickeln.
Ein Kollege von ihm fand zum Beispiel diese Lösung: „Sensoren und Induktionsschleifen, die jeden heranfahrenden Gabelstapler automatisch erkennen". Die Tore gehen dann automatisch auf, und zwar nur so lange wie möglich.
Zudem soll ein Blockheizkraftwerk installiert werden - welches den benötigten Strom dezentral erzeugt. Die erzeugte Wärme kann so auch direkt genutzt werden, zur Beheizung.
Und so weiter, und so fort. Solche Maßnahmen kosten natürlich zunächst etwas. Es zeichnet das Siemens-Management aus, dass es diesem Bereich dennoch Priorität gibt. Hier zeigt sich, wer „Quartalszahlen-Denken" betreibt...und wer langfristig nachhaltig plant. So wie Siemens: Denn die dort investierten Mittel sind kurzfristig natürlich Kosten. Doch meiner Ansicht nach sehr gut investiert. In voraussichtlich weniger als 4 Jahren haben sich die Kosten durch die eingesparte Energiemenge bereits amortisiert.
Es geht voran.
In diesem Sinne - herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Armin Benzing (18.04. 2011 12:21 Uhr):
Hallo Herr Vaupel, schön, dass sie von Ihrem Freund John bei Siemens schreiben - allerdings wieso isst das bei Siemens erwähnenswert? BHKW und manch andere Dinge (Biogas, Nahwärme aus Biogas oder Holzhackschnitzeln, (Biomasse), Wärmepumpen (Energie aus Luft, Abwärme oder Grundwasser), Absorptionskälteanlagen und und und....) wird alles schon realisiert (wir sind ein Netzwerk von Planern u. Ausführenden), allerdings passiert so etwas nur wenn sich das tatsächlich wirtschaftlich gegenüber anderen konventionellen Energieträgern darstellen läßt - aufgrund von "grünen" Gedanken hat noch niemand investiert. Für uns ist das sehr oft ernüchternd und demotivierend wenn energetisch u. ökologisch sinnvolle Projekt (von allen Beteiligten gelobt und befürwortet) dann doch in der Versenkung verschwinden, weil die Amortisation nicht im Bereich von 5-10 Jahren liegt, wie es die Industrie und teilweise das Gewerbe gewohnt ist. Bei Nachhaltigkeit wären da oftmals etwas hilfreichereiche Zeithorizonte wünschenswert. Das waren einfach mal ein paar kurze spontane Gedanken - bei Interesse gerne auch mehr und ausführlicher. Herzliche Grüsse an den Schreiber eines guten, immer wieder interessanten Newsletters. Armin Benzing
Antworten - Kommentar von Ernst Thaller (18.04. 2011 21:52 Uhr):
Ich finde diese Bestrebungen sehr gut.Die Industrie bekommt als Großabnehmer natürlich Strom wesentlich billiger und spart daher entsprechend wenig.Das ist auch der Grund,warum sich viele Projekte nicht "rechnen". Ich kann ein Beispiel aus der Straßeninfrastruktur bringen: wenn Verkehrsampeln mit LED-Signalen(anstatt Glühlampen) ausgerüstet werden, kann bei einer einfachen Kreuzung etwa der Stromverbrauch eines durchschnittlichen Haushaltes eingespart werden. Diese Investition "rechnet" sich auch nicht sofort,sondern erst in mehreren Jahren. Bekanntlich ist Strom die wertvollste Energie.
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