Emotionen, Teil 2
Daniel Wihelmi in Profit Radar
vom 18. Dezember 2006 19:00 Uhr
ENL5454
Wie ich erwartet hatte, sorgte mein letzter Profit-Radar für jede Menge Resonanz. Und die war nicht nur positiv. Das ist in Ordnung, denn alle Mails von Ihnen haben sich an die Grundregel jeder Kritik gehalten (Sprich: Ein respektvoller Ton). Das Thema Umwelt und Ethik ist in der deutschen Bevölkerung sehr ausgeprägt (was ich sehr gut finde) und sehr emotional besetzt (was ich sehr schlecht finde).
Allerdings geht ein Teil der angebrachten Kritik auf ein Missverständnis zurück. Ich habe einige Mails von Ihnen bekommen, die mich darauf hingewiesen haben, dass ich „Ethik“ und „Emotionen“ vertauscht habe. Nun, spätestens nach dem Wochenende ist es Ihr gutes Recht zu denken, dass der Wilhelmi ja nicht gerade besonders helle sein kann, wenn er Fan des 1. FC Köln ist. Aber seien Sie versichert, ganz so schlimm ist es nicht. Ich habe meine Argumentation in dem Profit Radar lediglich etwas unglücklich formuliert.
Deshalb möchte ich diesen Punkt hier aufklären. Das wird dann aber auch der letzte Profit Radar sein, den ich zu diesem Thema schreibe. Also los: Das Problem ist nach meiner Meinung, dass ethische Vorstellungen (z.B. Umweltschutz) nie objektiv besetzt sind. Das ist auch verständlich, denn schließlich geht es hier um Tierleben, Menschenleben und unsere Umwelt. Das Thema muss daher zwangsläufig immer emotionalisiert besetzt sein. Deshalb habe ich die Begriffe ausgetauscht – und das hätte ich besser erläutern müssen, keine Frage.
Deshalb habe ich auch gesagt, dass es für Anleger, die unter ethischen Gesichtspunkten anlegen, besser ist, diese Sektoren auszusparen. Denn zwangsläufig wird durch die ethische Grundhaltung Emotionalität in die Anlageentscheidungen einfließen. Und das ist immer tödlich an der Börse.