Elliottwellen und Fibonacciverhältnisse in der Praxis
Rüdiger Maaß in Wave Daily
vom 18. September 2007 13:00 Uhr
ENL5454
Lieber Wave Daily Leser,
am 17.09. haben wir einen jungen Händler begleitet, der seine ersten Erfahrungen mit dem Money Management und dem Zinseszinseffekt erlebt hatte. In dieser Woche wollen uns mit Tradingtechniken und den Elliottwellen beschäftigen.
Lassen Sie uns gemeinsam eine Analyse erarbeiten und herausfinden, ob uns die einfachen Fibonacciverhältnisse beim Traden behilflich sein werden.
Sie erkennen im linken unteren Bereich vom Chart eine Welle iv und eine Welle v. Wir gehen davon aus, dass eine Abwärtsbewegung beendet wurde. Der Markt hat schon eine erste steigende Welle vollzogen.
Wie würden Sie vorgehen, um den weiteren Kursverlauf zu prognostizieren?
Erster Gedanke: Wenn eine fallende 5er Welle beendet worden ist, besteht die Möglichkeit für einen Trendwechsel. Als erstes Signal für einen steigenden Trend sollte eine steigende 5er Welle entstehen. Das Risiko besteht darin, dass sich der Abwärtstrend fortsetzt. Wir brauchen also einen Stopp, um das Risiko zu definieren.
Zweiter Gedanke: Für die Stoppmarke müssen wir Herrn Fibonacci bemühen. Sicher können Sie erkennen, dass sich seit dem Tief bei 7720 drei steigende Wellen bis 7523 gebildet haben.
Welle 1 = 7720 bis 7321 = 101 Punkte.
Welle 2 = 7321 bis 7254 = 67 Punkte. Der Rücklauf der Welle 2 beträgt 66 Prozent und liegt in der Nähe vom 61,8 Verhältnis.
Welle 3 = 7254 bis 7523 = 269 Punkte. Die Ausdehnung beträgt 266 Prozent und liegt in der Nähe von dem 261,8 Prozent Verhältnis.
Was wissen wir über die Welle 4?
Sie darf die Welle 1 nicht unterschreiten. Der Stopp liegt also bei 7320.
Der Stopp beinhaltet ein verhältnismäßig hohes Risiko. Wir brauchen kürzeren Stopp. Herr Fibonacci wird helfen. Der Rücklauf nach der dritten Welle beträgt 59,11 Prozent bei 7364 Punkten. Gewöhnlich beträgt der Rücklauf einer vierten Welle 38,2 Prozent. Die vierte Welle hat also einen ungewöhnlichen starken Rücklauf durchgeführt. Wir setzten den Stopp also einen Punkt unter das letzte Tief bei 7364 und warten auf die steigenden Kurse in der Welle 5.
Wollen Sie gern eine Vorstellung davon haben, wie stark diese Welle steigen könnte? Herr Fibonacci steht zu Diensten.
Wir messen dafür die Strecke von 7254 bis 7523 = 269 Punkte und multiplizieren diese Zahl mit 0,618 = 166 Punkte.
Diese Zahl addieren wir zum Tief der vierten Welle = 7364. Das Ziel für die Welle 5 liegt also im Bereich 7364 + 166 Punkte = 7530.
Möchten Sie gern erfahren, wie sich der DAX weiter entwickelt hat und ob das Kursziel erreicht wurde? Der nächste Chart wird es zeigen.
Erinnern Sie sich noch an unser Ziel bei 7530 Punkten. Das Hoch wurde bei 7624 gehandelt. Natürlich ist es genauso wichtig, dass der Stopp gehalten hat. 7364 wurde nicht unterschritten.
Wir wissen, dass sich in der Unterwelle wiederum fünf Wellen entwickeln sollten, die ähnlichen Verhältnissen unterliegen.
Welle i = 55 Punkte
Welle ii = 46 Punkte Der Rücklauf beträgt 83 Prozent.
Welle iii = 131 Punkte = 238 Prozent
Welle iv = 80 Punkte = 61 Prozent
Welle v = 185 Punkte = 132 Prozent.
Die Welle v in rot hat das Verhältnis von 61,8 Prozent überschritten. Die Ausdehnung von 61,8 Prozent liegt bei 7554.
Die Grobseinschätzung lag bei 7530 Punkten. Beim „Feintuning" hatten wir ein Ziel im Bereich 7554 errechnet.
Fazit:
An diesem Beispiel können Sie erkennen, dass ähnliche Verhältnisse in den über- und untergeordneten Wellen befinden. Der Stopp optimiert werden kann und die Zielsetzung ein realistische Größe darstellt.
Am Mittwoch werden wir sehen, ob die Wellemuster und Fibonacciverhältnisse bei der weiteren Prognose hilfreich sein werden.

