Elliott-Wellen-Analyse S&P 500 – Bullischer Keil?
Sven Weisenhaus, Wave Daily vom 19.07.2010 13:00
ENL5292
(Quelle: Ariva.de) S&P 500 und DAX, März 2009 bis heute
Im oberen Chart sieht man sehr schön, dass sich die Indizes bis Ende Mai recht identisch entwickelt haben (grünes Rechteck), während der DAX anschließend besser performt hat als die US-Indizes (rotes Rechteck).

(Quelle: CFX-Broker) S&P 500, Tageschart, März-Tief 2009 bis heute
Viel interessanter ist die Entwicklung im blauen Rechteck, denn erst hier weichen die Bewegungen zwischen den US-Indizes und dem DAX stark voneinander ab. Werfen wir also einen genaueren Blick auf diesen Bereich, der ja im oberen Chart nur nach Chaos aussieht.

(Quelle: CFX-Broker) S&P 500, Tageschart, März-Tief 2009 bis heute
Ich gebe zu, dass die Darstellung etwas verwirrend ist. Gehen wir also Step-by-Step vor.
Variante 1 - abwärts
Die schwarzen Zahlen und Buchstaben zeigen eine 5-gliedrige Abwärtsbewegung (übergeordnete Welle 1 in Rot) mit anschließender abc-Korrektur (übergeordnete Welle 2 in Rot). Darauf folgte bisher eine weitere Abwärtsbewegung (übergeordnete Welle 3) bei der sich die Wellen 1 und 2 bereits gebildet haben. Somit dürfte nun Welle 3 (der übergeordneten Welle 3) laufen, die den Index weiter in die Tiefe führen müsste.
Gefällt mir schon ganz gut, hat aber einen Haken.
Variante 2 - aufwärts
Die erste 5-gliedrige Abwärtsbewegung könnte die Welle A (grün) einer ABC-Korrektur vollendet haben. Die abc-Korrektur hat die Welle B (grün) komplettiert und die darauf folgende Welle 1 (schwarz), die ebenfalls 5-gliedrig verlief, könnte Welle C (grün) vervollständigt haben. Im Ergebnis könnte Welle 2 (schwarz) auch die Welle 1 eines neuen Aufwärtstrends darstellen.
Auch eine mögliche Variante.
Variante 3 - aufwärts
Bei der ganzen Bewegung könnte es sich auch um ein Dreieck handeln. Die Wellen A, B, C, D und E (blau) markieren dieses. Nach einem bullischen Keil gehen Charttechniker von steigenden Kursen aus.
Fazit
Die Situation im S&P 500 ist ähnlich wie im DAX. Solange die Trendlinien halten, sollte man lediglich die Range traden. Erst ein Ausbruch wird uns die künftige Richtung verraten. Rechnen Sie hierbei stets mit Fehlausbrüchen.
Hier haben wir wieder ein Beispiel dafür, dass man anhand der Elliott-Wellen-Regeln keine eindeutige Aussage über die zukünftige Richtung treffen kann. Ein häufiges Problem in Korrekturphasen. Daher macht es Sinn, auch andere charttechnische Methoden zusätzlich anzuwenden, wie hier den bullischen Keil.
Ich gehe daher insgesamt derzeit von einem Ausbruch nach oben aus.
Überlänge
Der Beitrag ist auch heute wieder extrem lang geworden. Eigentlich zu lang. Im Prinzip hätte ich ihn daher wieder auf zwei Ausgaben verteilt und somit die Elliott-Wellen-Analyse erst beim nächsten Mal präsentiert.
Da ich aber von einzelnen Lesern für die zuletzt seltenen Elliott-Wellen-Analysen Kritik einstecken musste, habe ich mich dagegen entschieden und Ihnen heute das komplette Werk zukommen lassen.
Worum gehts eigentlich?
In den letzten und kommenden Beiträgen sollte es darum gehen, die gesamte Situation vollumfänglich zu analysieren. Dabei betrachte ich sowohl die volkswirtschaftlichen Daten, also die konjunkturelle Lage, als auch die charttechnischen Aspekte im langfristigen, mittelfristigen und auch kurzfristigen Bereich. Und dies für den Rohstoff Öl, die Aktienmärkte in Deutschland und den USA und das Währungspaar EUR/USD. Auch eine Analyse von Gold und Silber sollte noch folgen, die ja derzeit ebenfalls sehr stark im Fokus der Anleger stehen.
Hierzu wollte ich für Sie zunächst die langfristigen Charts analysieren, damit Sie meine Einschätzungen im kurzfristigen Chart verstehen (Stichwort übergeordnete und untergeordnete Wellen).
Nachdem wir die langfristigen Charts betrachtet haben, können wir den Fokus dann automatisch auf die kurzfristigen richten und diese permanent fortschreiben. Insofern werden sich die kurzfristigen Chart-Analysen in Zukunft von ganz alleine häufen.
Natürlich fallen derzeit die Beiträge entsprechend recht lang aus und so hatte ich nicht für jeden Beitrag eine Elliott-Wellen-Analyse geplant, da diese immer erst am Ende der Analyse der jeweiligen Basiswerte folgen sollte.
Die Geduld einiger Leser hatte ich aber wohl überschätzt. Ich nehme die Kritik sehr ernst und werde hier eine Lösung herbeiführen.
Unabhängig davon können Sie aber sicher sein, dass ich spätestens nach der ausführlichen Betrachtung der Märkte kontinuierlich kurzfristige Elliott-Wellen-Analysen verfassen werde.
Bitte um Ihre Meinung
Vielleicht teilen Sie mir einmal mit, wie Ihnen meine Idee der "vollumfänglichen Analyse der wirtschaftlichen Gesamtsituation mit den verschiedenen Basiswerten" gefällt.
Interessiert Sie das Thema?
Ist Ihnen der heutige Beitrag zu lang?
Genügt es Ihnen, wenn ich die Elliott-Wellen-Analysen erst am Schluss präsentiere?
Für eine Rückmeldung wäre ich Ihnen sehr dankbar. Sie wissen, dass ich aktiv Feedback von Ihnen einfordere. Das hilft mir und letztlich auch Ihnen selbst.
Vielen Dank !!!
Sven Weisenhaus
P.S.:
Den ganz ungeduldigen unter Ihnen kann ich den WavesWeekly Börsenbrief, einer der kostenpflichtigen Dienste des Investor Verlag, wärmstens ans Herz legen. Der Autor Herr Robert Schröder wird den meisten noch gut in Erinnerung sein als mein Vorgänger hier im WAVE Daily.
Im wöchentlichen Rhythmus analysiert Herr Schröder im WavesWeekly den Dax, Gold, Silber, Öl und diverse Einzelaktien für Sie. Dabei erhalten Sie i. d. R. am Sonntag Nachmittag die Wochenausgabe mit Marktberichten, Analysen und Kaufempfehlungen für die kommende Woche. Unter der Woche sendet Herr Schröder ergänzend dazu - je nach Marktlage - diverse Eilmeldungen.
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Erfahren Sie mehr über das Rendite-Paradiesähnliche Beiträge:
- Eliott-Wellen-Analyse EUR/USD
- Das Elliott-Wellen-Prinzip - Grundmuster
- Elliott Wave Grundlagen
- Grundlagen der Elliott-Wellen-Theorie - und Kritik
- Rohstoffe aus Elliott-Wellen Sichtweise
- Das Elliott Wellen Prinzip - Nachteile und Kritik
- Das Elliott-Wellen-Prinzip - Vorteile und Nutzen
- Gibt es Indikatoren, welche die Elliott-Wellen sinnvoll ergänzen?
- Die Fazination vom Elliott Wave Prinzip
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hans Jürgen Ricken (19.07. 2010 14:08 Uhr):
Jawohl Herr Weisenhaus, vollumfängliche Analysen der ökon. Gesamtsituation mit verschiedenen Basiswerten finde ich hervorragend und Sie heben sich damit auch von vielen anderen Kommentaren wohltuend ab. Bleiben Sie bitte aber auch bei Ihren Daxanalysen anhand von Elliot Wave - das Aufzeigen div. Entwicklungsmöglichkeiten (wenn nötig) und die klare direktive Richtungsansage (wenn möglich) zeichnen Sie aus meiner Sicht besonders aus. Bitte weiter so HJR
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (19.07. 2010 15:22 Uhr):
Guten Tag Herr Ricken! - - - Zuerst einmal vielen Dank natürlich für Ihre motivierenden Worte. - - - Natürlich wird der DAX auch in Kürze wieder thematisiert. Ich beobachte diesen Basiswert persönlich am intensivsten und nutze ihn für die meisten Trades. - - - Künftig werden die Beiträge auch wieder etwas kürzer ausfallen und dann wird ein regelmäßiger Wechsel zwischen den verschiedenen Basiswerten stattfinden. Ich plane den DAX dann mindestens einmal pro Woche zu betrachten. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (19.07. 2010 15:22 Uhr):
- Kommentar von Lutz (19.07. 2010 14:13 Uhr):
Sehr guter Artikel, weil die verschiedenen Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten besprochen werden !!! Elliot ist nicht alles: die Zusammenhänge sind wichtig. Sehr gut dargestellt sind die Unterschiede zwischen US_Indexen und DAX Ich finde den aktuellen Redakteur deutlich besser als Herrn Schröder ! Grüße
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (19.07. 2010 15:28 Uhr):
Vielen Dank, Lutz! Genau das war das Ziel der letzten Beiträge. Da freue ich mich natürlich, dass ich damit Ihren Geschmack treffen konnte. - - - Herr Schröder hat sicherlich andere Qualitäten und fokussiert sich etwas mehr auf die Elliott-Wellen. Der eine Leser mag es so, der andere eben anders. - - - Testen Sie doch einfach mal seinen Dienst als Probe-Abo. Sie können dies auch frühzeitig wieder kündigen, bevor es kostenpflichtig wird. Vielleicht können Sie ja hieraus ein paar profitable Trades ableiten. - - - Viel wichtiger aber natürlich, dass auch ich Ihnen weiterhin hilfreiche Informationen liefere. Bleiben Sie mir also treu ;o) - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (19.07. 2010 15:28 Uhr):
- Kommentar von Iser (19.07. 2010 15:05 Uhr):
Hallo, Herr Weisenhaus, gerne würde ich eine vollumfängl. Analyse der Gesamtsituation mit versch. Basiswerten von Ihnen lesen. Man kann es nie allen recht machen, also auf das eigene Bauchgefühl hören, wie an der Börse auch. Danke für Ihre Beiträge, und freundliche Sonnengrüße, Iser
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (19.07. 2010 17:38 Uhr):
Guten Tag! - - - Wir befinden uns ja bereits mitten in dieser Analyse. Während ich in den letzten Beiträgen das Öl unter verschiedenen Aspekten (Angebot, Nachfrage, Peak Oil, Saisonalität, Chartanalyse) und die US-Indizes betrachtet habe (Index-Vergleich) , insbesondere heute noch einmal den S&P 500 mit der Elliott-Wellen-Analyse und der wirtschaftlichen Lage in den USA (US-Konjunkturdaten), werde ich in dieser Woche noch einen Blick auf die deutschen Konjunkturdaten und den Euro zum USD werfen. - - - Danach hoffe ich, dass Sie einen guten Überblick über die Gesamtsituation haben. - - - Anschließend werde ich diesen Überblick für Sie fortführen und mit Elliott-Wellen-Analysen unterfüttern. - - - Und Sie liegen natürlich völlig richtig, man kann es nie allen Recht machen. Aber ich versuche, weiterhin für jeden etwas dabei zu haben. - - - Vielen Dank für Ihre netten Worte. Die helfen mir dabei natürlich sehr. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (19.07. 2010 17:38 Uhr):
- Kommentar von Heinz (19.07. 2010 18:01 Uhr):
Sehr geehrter Herr Weisenhaus! Ja, die umfängliche Analyse ist wichtig und hilfreich, um die täglichen Börsenbewegungen in den Gesamtzusammenhang richtig einordnen zu können. Die Analyse von Rohstoffen und Edelmetallen ist ebenfalls wichtig. Danke für Ihre ausführlichen Analysen und weiter so!
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (20.07. 2010 09:38 Uhr):
Hallo Heinz! Vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich hätte ein solch positives Feedback auf den Artikel nicht erwartet. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (20.07. 2010 09:38 Uhr):
- Kommentar von Peter Götz (19.07. 2010 21:10 Uhr):
Hallo Herr Weisenhaus, ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihre umfassenden Analysen und sehe es als großen Vorteil, dass Sie sich nicht auf die Elliott-Wellen beschränken. Die Mehrdeutigkeit verlangt geradezu nach ergänzenden Betrachtungen. Ein Beitrag ist nie zu lang, wenn er die Inhaltsdichte Ihrer Analysen bietet. Von mir ein uneingeschränktes "weiter so" Mit besten Grüßen Peter Götz
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (20.07. 2010 09:44 Uhr):
Guten Tag Herr Götz! Vielen Dank für Ihren Zuspruch, der mich sehr gefreut hat und mich für die weitere Arbeit motiviert. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (20.07. 2010 09:44 Uhr):
- Kommentar von Klaus Weygand (22.07. 2010 17:22 Uhr):
Ihre vollumfänglichen Analyse der wirtschaftlichen Gesamtsituation mit den verschiedenen Basiswerten ist einfach super. Genau was mir immer gefehlt hat. Weiter so!
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (23.07. 2010 10:13 Uhr):
Hallo Herr Weygand, auch Ihnen einen ein herzliches Danke für die netten Worte. Das Feedback auf den Beitrag ist wirklich fantastisch. - - - Viele Grüße - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (23.07. 2010 10:13 Uhr):
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