Elliott Wave - Wie verhält sich der Händler bei einer Fehlprognose?
Rüdiger Maaß in Wave Daily
vom 20. November 2007 13:00 Uhr
ENL5454
Lieber Wave Daily Leser,
am 19.11. analyiserten wir einen Chart, der nach einer dritten Welle eine fallende ABC Welle in der vierten Welle gebildet hat. Anschließend sollte eine steigende Welle 1 entstanden sein. Wir warten auf den Rücklauf, um eine Longposition mit einem kleinen Risiko einzugehen.
Es sollte eine fallende Korrekturwelle entstehen. Unser Ziel liegt bei 799. Auf dieser Basis wollen wir eine Long-Position eingehen.
Im Anschluss an die erste Trendwelle (Welle 1) sollte eine dreigliedrige Welle 2 folgen.
Der erwartete Rücklauf ist eingetreten.
Können Sie Signale in der Abwärtsbewegung erkennen, die einen Einstieg rechtfertigen würden?
Sie wissen, dass sich die Grundform einer Korrektur aus zwei Fünf-Wellenformationen bestehen, die von einer abc Welle unterteilt werden. Häufig beträgt die Welle c eine Ausdehnung von 161,8 Prozent im Verhältnis zur Welle a.
Denken Sie bitte daran, dass die Welle c aus Fünf-Wellen bestehen muss, wenn sich ein Zickzack (5-3-5) entwickelt. Es müsste also noch eine Welle iii, iv und v folgen.
Die Fibonacciverhältnisse verraten uns das neue Ziel.
Die gewöhnliche Ausdehnung der Welle iii von 161,8 Prozent liegt bei 573 und würde das Tief der Welle 1 unterschreiten. Der Rücklauf einer zweiten Welle darf max. 100 Prozent betragen. Ein direkter Kursanstieg in einer dritten Welle würde in diesem Fall unwahrscheinlich werden.
Sicherlich haben Sie die Analysetechnik bemerkt. Wir erarbeiten uns anhand der vergebenen Wellenmuster ein Ziel und suchen eine Bestätigung, wenn das Ziel erreicht wird. Finden wir im weiteren Verlauf Signale, die eine Änderung der Analyse erfordern, sehen wir von einer Position ab und ändern die Strategie.
An diesem Chart können Sie erkennen, dass das Tief der Welle 1 tatsächlich unterschritten wurde und die Analyse geändert werden muss. Die internen Wellen der letzten Abwärtsbewegung hatten uns bereits vor einer Long-Position gewarnt.
Dieses Beispiel soll zeigen, dass das Verlust bei einer Fehlprognose begrenzt werden kann oder – in wie diesem Fall – kein Verlust entsteht, weil die Warnsignale beachtet wurden.
Nach einer Fehlprognose muss der Fehler gesucht werden. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder treffen die Elliottregeln Unsinn oder wir haben etwas übersehen.
Am 21.11. werden wir gemeinsam auf die Jagd nach dem Fehler gehen.


