Elliott Wave Analyse für den Euro Dollar
Rüdiger Maaß in Wave Daily
vom 09. Oktober 2007 13:00 Uhr
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Lieber Wave Daily Leser,
wir haben uns intensiv mit der US Immobilienkrise und den Elliott Wave Mustern beschäftigt haben. Das Elliott Wave Prinzip hat hervorragend als Frühindikator für eine Krise funktioniert. Steigende Zinsen wurden in den USA, sowie in Deutschland prognostiziert. Nachträglich betrachtet, konnten eindeutig Wellenmuster auf starke Kursverluste von beteiligten Aktiengesellschaften festgestellt werden.
Nachdem der Euro Dollar die Marke bei 1,4200 überschritten hat, möchte ich Ihnen das Währungspaar auf der Basis vom Elliott Wellen Prinzip vorstellen.
Seit dem Jahr 2002 ist ein stark steigender Euro / Dollar mit verhältnismäßig geringen Korrekturen zu beobachten.
Welche Ursache war, aus der Sicht vom Elliott Wave Prinzip, für diesen starken Kursanstieg verantwortlich? Eine sehr seltene Formation hat sich in den Jahren 2000 und 2001 entwickelt. Dieses Wellenmuster ist mir während der letzten 10 Jahre nur zweimal begegnet. Der Versager
Der Versager in einem Baissemarkt ist eine sehr selten auftretende Formation. Sie entspricht den Regeln für ein eingewöhnliches Fünf-Wellenmuster mit einer Ausnahme. Es bildet sich eine erste Trendwelle, die von einer zweiten dreigliedrigen Welle korrigiert wird. Anschließend folgt eine dritte Trendwelle, wie bei jeder Trendformation wird die dritte Welle von einer vierten korrigiert.
Die gewöhnliche fünfte Welle unterschreitet das Tief der dritten Welle in Form von einer untergeordneten 5er Sequenz in einem Baissemarkt.
Ein Versager bildet zwar eine letzte 5er Welle, aber kein neues Tief. Wenn sich in der fünften Welle ein Abschlussmuster bildet und das Tief der dritten Welle nur geringfügig unterschritten wird, ist bereits mit einem starken Trendwechsel zu rechnen. Das Ausmaß vom Trendwechsel verstärkt sich erheblich, wenn die fünfte Welle kein weiteres Tief bilden kann. Der Markt verfügt nicht über genügend Kraft, um ein Tief in der fünften Welle zu produzieren.
Stellen Sie sich bitte vor, dass Sie mit einem Schläger gegen einen Ball schlagen, der an einem Gummiband befestigt ist. Der Ball fliegt in die gewünschte Richtung, nachdem die maximale Ausdehnung von dem Gummiband erreicht wird, schließt der Ball mit hoher Wucht zurück.
Im übertragenen Sinn hat ein Versager in der fünften Welle dieselbe Wirkung.
Der Euro Dollar stieg von 0,84 Euro mit geringen Korrekturen bis 1,35 und setzte die Aufwärtsbewegung nach einer weiteren Korrektur fort.
Die Wirkung des Versagers ist auch bei 1,42 noch nicht verbraucht. Eine weitere Korrekturwelle hat sich gebildet, die für weiter steigende Kurse sorgen sollte.
Die unregelmäßige Korrektur.
Diese Formation sorgt für stark steigende Kurse. Sie besteht aus einer fallenden dreigliedrigen Welle (A) und wird von einer weiteren dreigliedrigen Welle (B) ergänzt. Die Welle B überschreitet den Anfang der Welle A. In der Welle C folgen fallende Kurse in einem Fünf-Wellenmuster unter das Ende der Welle A. Die Korrektur ist beendet. Ein starker Trend folgt
Sie werden sich vielleicht denken, dass man sich mit derartig komplizierten Wellen nicht befassen sollte. Bedenken Sie bitte, was einem Trader passiert, wenn er diese Formation nicht kennt.
Er erwartet, wie wir auch, eine fallende Welle A und anschließend steigende Kurse. Der Anfang der Welle A wird überschritten und gilt als Bestätigung für einen steigenden Trend. Der Trader erhöht seine Longposition. Der Markt fällt unter das Niveau der Welle A. Für den Trader entsteht ein Trendbruch. Erlöst seine Position mit Verlust auf. Es hat sich sogar in der Welle c eine fallende 5er Welle gebildet. Der Trader glaubt an eine weitere fallende 5er Welle, weil der dem Grundsatz glaubt: Eine Fünf steht nicht allein. Der Trader wird das zweite Mal erwischt und muss weitere Verluste hinnehmen.
Der Chart vom Euro Dollar zeigt eine unregelmäßige Korrektur in der vierten Welle und die stark steigenden Kurse nach dem Tief der Welle c.
Nun ist es zu verstehen, weshalb nach einer unregelmäßigen Korrektur stark steigende Kurse entstehen. Viele Marktteilnehmer sind mit Ihrer Position hin- und hergeschüttelt worden und müssen in dem steigenden Trend Shortpositionen eindecken.
Eine weitere Bestätigung für die Fortsetzung von dem Auifwärtstrend sind die geringen Korrekturen in der zurzeit laufenden fünften Welle beim Euro Dollar.
Der Euro/Dollar sollte, nach Korrekturen, bis in den Bereich 1,47 steigen.
Fazit: Der Versager in der fünften Welle bildet sich vor einem starken Trendwechsel. In diesem Fall wird er durch die unregelmäßige Korrektur verstärkt.


