Einzelhandelsdaten
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 5. März 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
die gestrigen Wirtschaftsdaten waren sehr interessant. Der Markt pickte sich schließlich die positiven Daten heraus, kam aber trotzdem nicht wirklich von der Stelle. Die Einzelhandelsumsätze in den USA sind gemäß dem Thomson Reuters ermittelten Einzelhandels-Umsatzindex im Februar um 4% gestiegen, was deutlich über en Erwartungen lag. Wenn das keine Eintagsfliege bleibt, dann wankt die These, dass die hohe Arbeitslosigkeit zu einem schwächeren Konsum führt. Vermutlich wird dann weiter fleißig auf Pump gekauft. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind übrigens um 29.000 auf 469000 gesunken, was ziemlich genau dem Konsens von 470.000 Erstanträgen entsprach.
Leicht hinter den Erwartungen von +1,8% blieben die Auftragseingänge der US-Industrie zurück. Sie stiegen im Januar um 1,7% (Dezember wurde auf plus 1,5% revidiert von plus 1,0 %). Wesentlich stärker enttäuschten die noch nicht abgeschlossenen Eigenheimverkäufe in den USA. Sie fielen im Januar um 7,6% (Dezember: plus 1,0%), während allgemein ein Anstieg von 1,0% erwartet wurde. Der Markt reagierte jedoch nur kurz auf die herbe Enttäuschung vom Immobilienmarkt.
Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum ist im vierten Quartal 2009 um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Damit wurde die erste Schätzung vom 12. Februar bestätigt. Im dritten Quartal war die Wirtschaft der Eurozone bereits um 0,4 Prozent gewachsen. Wir sehen hier also eine wieder schwächere Wachstumsrate auf einem Niveau, welches ohnehin nicht berauschend ist. Zumal, wenn Sie bedenken, mit welchem ungeheuren Aufwand an Subventionen und Rettungspaketen es erzielt wurde. Amerika scheint da wesentlich besser dazustehen - oder sind unsere Zahlen nur ehrlicher? Der Euro büßte daraufhin gestern einen Großteil seiner Vortagesgewinne wieder ein.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Rüdiger Flockert (05.03. 2010 09:58 Uhr):
Sämtliche Zahlen aller Regierungen auf der Welt werden nach dem Willen der Politiker angepasst. Wer einen anderen, möglicherweise richtigeren, Blickwinkel erhalten will, der kann das für die USA z.B. auf http://www.shadowstats.com/ nachlesen. Für den Rest der Welt kenne ich keine solch allgemein zugänglichen Daten; aber wer die Politiker kennt, wird wohl kaum Zahlen aus Japan, China, Indien, Frankreich, Spanien, Italien oder Deutschland trauen. Man sehe sich hierfür nur das statistische Drama um die Definition der Arbeitslosenzahlen oder die Inflatiosnrate in Deutschalnd und Europa an.
Antworten - Kommentar von hjd (05.03. 2010 11:57 Uhr):
Hallo , kurze Anmerkung / Frage : Wie soll der Endkonsument noch auf Pump kaufen, wenn das "billige Geld" nicht bei ihm ankommt -weil es ja bei den Banken zum Kurstreiben und Boni-Erfüllung bleibt- ... und die Kreditkarten-Unternehmen sowieso schon viel abzuschreiben haben ?
Antworten- Antwort von Henrik Voigt (08.03. 2010 09:50 Uhr):
Lieber Leser, gute Frage. Mein Eindruck ist, dass die Banken bei Vorliegen entsprechender Sicherheiten schon ganz gerne kleinere Konsumentenkredite vergeben, weil sie wegen der niedrigen Refinanzierungszinsen gut daran verdienen. Anders kann ich mit die positiven Einzelhandelsdaten auch nicht erklären. Es sei denn, die sind getürkt. Das wäre die zweite Erklärungsmöglichkeit für anziehenden Konsum in Zeiten einer sehr hohen Arbeitzslosigkeit. Mit freundlichen Grüßen, Henrik Voigt. Chefredakteur DAX Daily/ DAX Profits
- Antwort von Henrik Voigt (08.03. 2010 09:50 Uhr):
- Kommentar von Henrik Voigt (08.03. 2010 09:44 Uhr):
Lieber Leser, da haben Sie leider vollkommen Recht. Um so aufschlussreicher dürfte es dann sein, wenn doch mal eine neagtive Zahl wie die jüngsten Immobiliendaten durchsickert. Ansonsten empfiehlt es sich, sich an der Tendenz und nicht an den genauen Zahlenwerten zu orientieren. Mit freundlichen Grüßen, Henrik Voigt. Chefredakteur DAX Daily/ DAX Profits
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