Einschätzung zu China, Teil 2 von 2
Justice Litle in Baltimore in Traders Daily zum Thema Global Anlegen
vom 29. September 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Ich möchte auf meinen Beitrag letzte Woche zurückkommen. Da schrieb ich:
„Es gilt in diesem Fall die Doktrin der sicheren wechselseitigen Auslöschung, allerdings der finanziellen und nicht der nuklearen Art. Als ein Produkt der 50er Jahre, stellt diese Doktrin fest, dass zwei Parteien, die in der Lage sind, sich wechselseitig auszulöschen, schnell einsehen würden, wie dumm eine Feindschaft wäre. Wir liquidieren die Sowjetunion, sie liquidieren uns und keiner gewinnt. Also ist der Frieden gesichert, oder?
Falsch!
Der Fehler in dieser Theorie kommt als eine Frage: Was passiert, wenn es auf der einen oder der anderen Seite zu politischen Unruhen kommt oder wenn die Herrschaft von einem Verrückten übernommen wird, der nichts zu verlieren hat?"
Und hier nun die Antwort:
Einer kommunistischen Führung am Rande des Zusammenbruchs wäre am Ende jedes Mittel recht, um die Stabilität sicher zu stellen. Das könnte im Extremfall so weit gehen, dass man sich, als Form deutlicher Erpressung, auch eine finanzielle Variante des Armageddon durch den Kopf gehen ließe. Wenn die Mandarine eine Implosion befürchten müssen, dann haben sie nicht nur die Mittel, eine außerordentliche Koordination von den Vereinigten Staaten und Japan zu erbitten, sie könnten sie sogar einfordern...unter der Androhung katastrophaler Konsequenzen, falls man sie fallen ließe.
Aber ist das ein Argument der Optimisten oder der Pessimisten? Es ist sicher kein erfreulicher Gedanke, sich einen Zusammenbruch der chinesischen Wirtschaft vorzustellen, die dadurch ausgelösten Proteste der Bevölkerung, die unmittelbar zu einem „heißen Krieg" mit Taiwan führen würden, als Möglichkeit der Ablenkung und als Katalysator für ein vereinendes Nationalgefühl. In der Fortsetzung wären auch die Vereinigten Staaten mit einbezogen und die Bühne wäre frei für das große Finale: Ein finanzielles Äquivalent der Wasserstoffbombe, die losgeht, wenn die Feindseligkeiten eskalieren und außer Kontrolle geraten.
Aber als ein Licht am Ende des Tunnels gibt es bei den Weltmächten wie Japan und den Vereinigten Staaten eine eingebaute Vorliebe für Stabilität.
Wie die Weisheit der oben genannten Doktrin befiehlt, verlieren alle, wenn der Mandarin verliert. Und deshalb haben alle einen starken Anreiz, sicher zu stellen, dass die Dinge glatt laufen. In diesem Sinne funktioniert die Doktrin zugunsten des gegenwärtigen politischen Systems in China.
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