unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom
"Wir werden so viel ausgeben wie nötig", sagte George W. Bush über die Kampagne zur Trockenlegung von New Orleans. Aber wo soll "so viel wie nötig" herkommen? Das Bundesdefizit hat im vergangenen Jahr die Rekordmarke von 412 Milliarden Dollar erreicht. Die Republikaner teilten hocherfreut mit, dass das Defizit in diesem Jahr auf 331 Milliarden Dollar sinkt. Doch dann kamen Regentage, und die Nation gibt heute täglich zusätzliche zwei Milliarden Dollar aus, die sie nicht hat, um das Chaos wieder in Ordnung zu bringen.
Es ist ein böser Wind, der niemandem nutzt. Es gibt keinen Zweifel, dass der Sturm den Bürgern von New Orleans und ganz allgemein den amerikanischen Haushalten, sowie dem Bundeshaushalt, dem US-Dollar und der amerikanischen Wirtschaft, geschadet hat. Jetzt muss zusätzlich an einer "Front" in der Heimat gekämpft werden und es gibt einen weiteren Grund, Geld auszugeben.
Fische schwimmen ...
Vögel fliegen ...
Wenn Sie in der Lage sind, die Natur der Dinge zu erkennen, dann ist Ihnen sicher auch klar, was passieren wird.
Finanzblasen und Alkohol am Steuer bei Jugendlichen sind Probleme, die sich irgendwann von selber lösen. Sie dauern eine Weile an, dann landen sie vor einem Baum ... das gilt auch für Imperien.
Ich glaube, damit mache ich gerade die Beobachtung – und damit beziehe ich mich auf das Gesamtbild – der natürlichen Korrektur des amerikanischen Imperiums. Die Natur verabscheut das Vakuum, aber sie verabscheut auch das Monopol. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stand nur noch ein einziges Imperium. Der amerikanische Pax Dollarium füllte das Vakuum, das durch das Ende des Kalten Krieges entstanden war, mit einem Monopol: Einer einzigen Supermacht auf der Welt, die für das Militär mehr ausgibt, als alle anderen Nationen der Welt zusammen.
Wenn sich Imperien ausbreiten, dann steigen damit auch die Kosten für die Verwaltung und die Politik. Bald sind die Truppen und Bürokraten so schön verteilt wie die Lichter am Weihnachtsbaum. Selbst gesunde Imperien bekommen da schon mal Probleme, die Stromrechnung zu begleichen. Aber das amerikanische Imperium hebt sich darüber hinaus auch noch dadurch hervor, dass es das inkompetenteste Imperium ist, das je existierte. Es erobert, kann sich aber nicht dazu durchringen, Tribute von den Vasallenstaaten zu fordern. Stattdessen gibt dieses Imperium in eitlen Versuchen, diese Staaten in Spiegelbilder seiner selbst – in kapitalistische Demokratien – zu verwandeln, noch mehr Geld aus.
Den Vereinigten Staaten ist schon vor einiger Zeit das Geld ausgegangen. Die Bürger übernahmen die "Bürde des weißen Mannes" von den Briten, sahen aber nie die Notwendigkeit der Opfer ein, die diese Bürde von ihnen fordert. Sie haben kein Geld gespart. Während die Chinesen 40 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts sparen, liegt die Sparrate in Amerika gerade mal bei knapp einem Prozent. Nachdem man selber kein Geld mehr hat, ist die imperiale Wirtschaft Amerikas auf die Freundlichkeit Fremder angewiesen, die an fremden Orten wohnen und bereit sind, das Geld zu verleihen. Es ist schon seltsam, dass die Imperialisten das Geld von China leihen, von einem kommunistischen Land, um für die Kriege zu bezahlen, die dazu führen sollen, dass die Demokratie auf der Welt sichergestellt wird.
Was die amerikanischen Bürger brauchen, ist eine Rezession; sie würde den Wunsch nach weiteren Ausgaben und Schulden abschwächen. Aber die imperiale Wirtschaft braucht einen weiteren Grund, noch mehr auszugeben und sich noch stärker zu verschulden. Eine neue Kampagne, ein neuer Krieg, mehr Brot ... und mehr Spiele!