Einige Facts zum Rindfleischhandel an den Terminbörsen
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 19. November 2007 20:45 Uhr
ENL5454
Der Unterschied zwischen Live Cattle und Feeder Cattle
Als Live Cattle bezeichnet man lebend Kälber (gewöhnlich bis zu einem Alter von rund 6 Monaten) anschließend werden die Kälber in eine Viehaufzucht transportiert wo sie für den Schlachthof gemästet werden. Deshalb nennt man diese zweite Stufe auch Feeder Cattle bzw. Mastrind. Es versteht sich also von selbst, dass die Live Cattle Preise leicht unter den Preisen für Feeder Cattle notieren müssen, da dazwischen die Gewinnmarge der Züchter liegt.
Ein Marktrückblick
Insgesamt stiegen die Lebendrindpreise von ihrem Tief bei 0,38 US-Dollar je Pfund im Oktober 1976 bis auf 0,75 US-Dollar je Pfund im Oktober 1979. Dies war übrigens einer der größten Bullenmärkte für Rindfleisch überhaupt. Ein Anstieg von fast 100 %. Im letzten Bullenmarkt von Mitte 2002 bis Mitte 2003 stiegen die Preise um 75 %. Ein Spekulant, der damals bei 0,38 US-Dollar ein- und bei 0,75 US-Dollar ausgestiegen wäre, hätte einen Gewinn von 0,37 US-Dollar je Pfund erzielt. Da die Kontraktgröße im Terminmarkt für Lebendrind bei 40.000 Pfund liegt. Damit wäre daraus ein Gewinn von 14.800 US-Dollar entstanden. Errechnet aus dem Anstieg der Preise pro Pfund und der Kontraktgröße (40.000 X 0,37 US-Dollar)
Margenanforderungen bei Termingeschäften an der Futures-Börse
Um 40.000 Pfund Lebendrind zu handeln müssen bei der Chicagoer Mercantile Exchange 945 US-Dollar als Absicherung hinterlegt werden. Daraus errechnet sich für den Spekulanten ein Risiko von 0,0236 US-Dollar je Pfund. Fallen die Preise stärker so ist die so genannte „Initial Margin“ aufgebraucht und der Broker, über welchen Sie die Geschäfte durchführen, muss ihre Position verkaufen. Außerdem tragen Sie auch die darüber hinausgehenden Verluste, wenn der Preis für Rindfleisch stärker fallen sollte, als die von Ihnen hinterlegte Absicherung. In einem solchen Falle ist zunächst der Broker und hernach der Spekulant zum Ausgleich verpflichtet. Schließlich möchte die Gegenpartei mit der Sie das Geschäft eingegangen sind auch ihren Gewinn ausbezahlt haben.
ABER: Möglichkeit der Partizipation mittels Zertifikaten
Relativ einfach für den Anleger ist der Kauf von Rindfleischzertifikaten, von denen es eine ganze Reihe (Long Zertifikate für die Spekulation auf steigende Preise und Short Zertifikate für die Spekulation auf fallende Preise) gibt.
Partizipationsrate
Die Partizipationsrate gibt an wie sich das Zertifikat im Verhältnis zur Veränderung der zugrunde liegenden Futures-Preise verhält. Eine Partizipationsrate von 1 bedeutet, dass sich die Preise im Gleichschritt bewegen. Eine Partizipationsrate von 0,50 bedeutet, dass die Veränderung des Futures-Preises an der Börse um 1 % durch das Zertifikat mit einer Veränderung um 0,5 % wiedergegeben wird.
Änderungen in der Partizipationsrate beruhen vor allem auf dem so genannten „Rollover“ von dem aktuell gehandelten Futuremonat in den nächsten. Im Falle von Mastrind werden die Monate Januar, März, April, Mai, August, September, Oktober und November gehandelt.
Für Spekulanten in den Rindfleischmärkten ist natürlich eine „Backwardation“ sehr einträglich, da ein „Rollover“ damit eine positive Rendite bringt.Im Falle eines Zertifikats bedeutet dies, dass die Partizipationsrate steigt.
So long liebe Leser…ob Mrs. Clinton uns jemals die ganze Wahrheit sagen wird steht wohl in den Sternen… das heißt zwar nicht, dass derartige Gewinne unmöglich sind, sie sind nur sehr unwahrscheinlich…nichts desto trotz sind mit der richtigen Idee und dem richtigen Finanzinstrument zur richtigen Zeit im gegenwärtigen Rohstoffboom solide Gewinne zu erzielen…auch ohne das man hinterher vor lauter Halbwahrheiten nicht mehr schlafen kann J…eine gute Nacht wünscht
Ihre Miriam Kraus
P.S.: Morgen erwartet Sie ein Beitrag von Tiger & Dragon Chefredakteur Andreas Lambrou! In dem Falle, bis Mittwoch!
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