Eingeschneit - Teil 2
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. Februar 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Nach den unentschlossenen Nachrichten am Ende der vergangenen Woche wusste ich auch nicht mehr, ob die finale Phase nun begonnen hat oder nicht.
Das große Ereignis war der Anleihenmarkt, wo die amerikanische Regierung den absoluten Rekord durchbrach, indem sie Schatzanweisungen über zehn Jahre im Wert von 25 Milliarden Dollar geliehen hat. Alles in allem lief der Absatz gut... aber die Erträge sind leicht gestiegen... auf 3,69%. Irgendwann werden die Anleihenerträge deutlich nach oben klettern. Aber ob das schon angefangen hat oder nicht, das kann ich noch nicht sagen.
Ben Bernake sagt, er würde den Diskontsatz in nicht allzu ferner Zukunft" anheben. Die Inflationszahlen fallen höher aus als erwartet. Irgendwann wird Bernanke die Zinssätze anheben müssen, um die Inflation zu stoppen. Aber ich gehe nicht davon aus, dass das in der nächsten Zukunft passieren wird. Wir müssen erst noch eine Krise durchstehen.
Weiß Bernanke noch, was er tut?
Um es kurz zu machen, ich weiß nicht, was passieren wird oder wann es passieren wird. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Mr. Bernanke sogar noch weniger versteht als ich. (Aus Gründen, die ich weiter unten genauer ausführen werde...) Und dennoch vertraue ich darauf, dass er mich führen wird. Ich beobachte einfach nur, was er tut... und dann höre ich auf das, was er sagt... und laufe in die andere Richtung.
Und in der Zwischenzeit sitze ich im Schnee fest... zumindest vor meiner Tür liegt der Schnee mehr als einen halben Meter hoch.
In Washington bewegte man sich in der vergangenen Woche von einem Zustand der Panik in einen Zustand der Verzweiflung. Der Schnee fiel leise... aber dann hat der Wind den Schnee aufgepeitscht. Die örtlichen Behörden haben das Schneeräumen eingestellt als es zu gefährlich wurde" die Schneeräumfahrzeuge weiter im Einsatz zu lassen. Sie konnten nicht sehen, was sie taten oder wohin sie fuhren.
Autofahrern aus der Gegend wurde gesagt, sie sollten die Straßen verlassen. Es schien aus meiner Sicht unnötig, da es unmöglich war, auf die Straßen zu kommen... oder auch nur zu sagen, wo die Straße ist. Und dennoch wurden wir gewarnt, dass wir uns fernhalten sollten, damit die Einsatzfahrzeuge durchkommen könnten.
Es wurde von Windböen mit einer Geschwindigkeit von 100 kmh berichtet. In hunderten von Häusern fiel der Strom aus. Und dann hörten die Elektrizitätswerke auf, die Leitungen zu reparieren. Sie hielten es für zu gefährlich, weiter zu arbeiten.
Und dann verkündete auch die Polizei, dass sie auf Anrufe nicht mehr würde reagieren können. Sie hätten auch eine Einladung an die Kriminellen verschicken können: Raubt die Getränkeläden aus, bitte."
Glücklicherweise waren auch die Übeltäter eingeschneit. Niemand wollte mehr vor die Tür gehen. Und diejenigen, die doch gingen, setzen dabei ihr Leben aufs Spiel... so klang es zumindest von Seiten der Behörden.
Wenn Sie mit ihrem Auto steckenbleiben, dann bleiben Sie im Wagen. Versuchen Sie nicht selbst in Sicherheit zu kommen. Möglicherweise verlieren Sie in der weißen Landschaft die Orientierung."
Sie machten sich Sorgen, dass man in eine Schneeverwehung gerät. Und wenn dann die großen Schneefräsen durchgekommen wären, dann würden die tiefgefrorenen Leichen vermutlich die Maschine beschädigen.
Und deswegen wurde es in der Hauptstadt und in den umliegenden Vororten ruhig. Nichts bewegte sich. Niemand ist zur Arbeit gegangen... denn es gab keine Arbeit, zu der man hätte gehen können. Niemand ist einkaufen gegangen... weil die Geschäfte nicht geöffnet hatten. Die Schulen hatten geschlossen. Mein Sohn Edward, der in das Haus eines Freundes entkommen war, noch ehe der Schnee begann - hat eine ganze Woche frei.
Der Winter stellt in der Mid-Atlantic Region neue Rekorde auf. Das ist mir Recht. Bei mir läuft es. Ich habe ein Gasfeuer im Wohnzimmer. Und ich habe meine Weinvorräte aufgestockt, so dass sie mich auch durch die Apokalypse bringen würden, wenn es nötig wird.
Ich bin gemütlich eingeschneit. Warm. Gut genährt. Sogar zufrieden.
ähnliche Beiträge:
- Eingeschneit - Teil 1
- Gold: Technisch überkauft, strategisch weiter ein Kauf
- Wirtschaftliche Instabilität als Folge extremer Dummheit
- Die drei Teile der Welt
- Unsere Prognosen für 2010 (Teil 3)
- Die Minen sind zurück - und sinnen auf Vergeltung (Teil 2)
- Inflation wie und wieso?!
- Inflation wie und wieso!
- Ganz schön faul
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Lützenrath (19.02. 2010 09:49 Uhr):
warum bewirbt sich Herr Bonner nicht um das Amt des Notenbankchefs, wenn er so klug ist. Er braucht dann auf dem Briefkopf nicht einmal seine Initialen zu ändern. Egal ob Ben Bernanke oder Bill Bonner, was machts schon. -Bitte Schluss mit der Märchenstunde und sachlich bleiben!
Antworten - Kommentar von Klaus Gedeik (20.02. 2010 17:19 Uhr):
Hervorragend!! Mit großer Freude lese ich die Artikel von Bill Bonner. Ich habe mich ebenso eingerichtet wie er. Eingedenk der Erkenntnis, dass unsere Gesellschaft längst vergessen hat, dass es Winter und Sommer in der Natur gibt und es einigen Kommentatoren nicht schwer fallen wird, diesen Winter mit der Erderwärmung in Verbindung zu bringen. Es ist immer wieder bemerkenswert, wie manche Medien zur weltweiten Verblödung der Massen beitragen, und damit ganz bestimmte Ziele verfolgen.
Antworten
Artikel weiterempfehlen