Einführung in einer der präzisesten Charttechniken der Börsenwelt
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 30. Mai 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Eine Charttechnik, die bei den Börsenparketthändlern in New York und Chicago seit Generationen sehr beliebt war und heute noch ist, heißt Point & Figure Charttechnik. Vor allem die jungen Börsenhändler mussten in den ersten Wochen Ihrer Ausbildung, am Parkettrand stehend, die laufenden Notierungen von Sojabohnen oder Schweinehälften, aber auch von Aktien auf eine besondere Art und Weise für ihre Handelskollegen in Tabellen auf Millimeterpapier eintragen. Diese Listen kannten keine zeitliche Unterteilung. Nur Preisveränderungen wurden in Form von X (für steigende Kurse) oder 0 (für fallende Kurse) in die Listen eingetragen, wenn eine zuvor definierte Kästchengröße (Mindestveränderung) überschritten wurde, wobei nur die wichtigsten Kursinformationen beobachtet, Zeit und minimale Kurveränderungen hingegen vernachlässigt wurden. Damit gewannen die Händler einen sehr schnellen und effektiven Überblick darüber, in welchen Märkten sich Handelssignale aktuell einstellten, was die Reaktionszeiten der Trader deutlich verkürzte.
Die Erkenntnisse um die Vorteile dieser P&F-Methode haben sich bis heute im Markt gehalten. Sie sind so offensichtlich, dass auch heute noch Händler und Vermögensverwalter dieser Technik anhängen, obwohl der Parketthandel in vielen Segmenten kaum noch eine Rolle spielt.
Einführung in eine der präzisesten Charttechniken der Börsenwelt, die P&F Technik (Fortsetzung).
Im Folgenden wollen wir uns mit den grundsätzlichen P&F-Regeln befassen, aber keine Angst, wir werden uns auf das Wesentliche beschränken, sodass Sie auch gleich damit arbeiten können.
Wie eingangs bereits geschildert, werden steigende Kurssäulen mit X und fallende Kurssäulen mit 0 gebildet. Damit Sie wissen, wann ein neues X oder wann eine neue 0 in die Liste eingetragen wird, brauchen Sie noch die Information der Kästchengröße. Haben Sie es mit Aktien zu tun die über 100 US-Dollar (USD) notieren, muss per Definition die Kästchengröße größer ausfallen, beispielsweise um 2 USD Kästchengrößen, als bei Aktien, die zwischen 20 bis 100 USD notieren, was auch irgendwie logisch erscheint. Um zu wissen, wann Sie von steigenden Kurssäulen auf fallende Säulen umschwenken dürfen, brauchen Sie außerdem noch eine Definition wann die Säule in die andere Richtung gewechselt werden soll. Und das war es im Wesentlichen auch schon was Sie wissen müssen, um ihre eigenen Charts zu zeichnen oder an Ihrem Computer diese bereits voreingestellten Charts einmal auszuprobieren. Schauen wir uns solch einen Chart im Beispiel an (Quelle: VTAD-Wiki) und klären dann die noch offenen Fragen.
Zum zweiten Teil von: Von den Parketthändlern lernen