Einer der besten Indikatoren für einen Turnaround
Daniel Wilhelmi in Profit Radar
vom 30. Oktober 2008, 19:00 Uhr
ENL5454
Der Wahnsinn an den Börsen nimmt kein Ende. Aber es scheint so, als ob wir so langsam dem Ende nähren - zumindest einem vorübergehenden Ende. So langsam haben wir alles zusammen, was es für das Ende einer Abwärtsbewegung braucht:
Pure Panik im Markt mit maximalen Ausverkäufen, extrem hohe Volatilität, extrem bärische Einstellungen der Börsianer, günstige Bewertungen und nach Gerüchten zu Folge massive Verkäufe von Versicherungen. Und nun hat der Markt für diesen verrückten Crash auch seine Aushängeschilder.
Jede große Marktbewegung hat bestimmte Ereignisse und Einzelaktien, an die man sich später in Rückbetrachtung an diese Börsenentwicklung noch erinnern wird: 1997/98 bis 2000 waren es Yahoo!, CMGI und die Internet-Werte sowie EM.TV. Die Baisse 2000-2003 wird für immer gleich mit einem ganzen Index, dem Namen „Neuer Markt", in Verbindung gebracht werden. Aber besonders bekannt werden im DAX wohl immer der Absturz der Deutschen Telekom und im Nebenwerte-Bereich die Skandale um Intershop und Co. bleiben.
Für den unglaublichen Rebound 2003 bis 2007 steht vor allem Solarworld, als Paradebeispiel für den Siegeszug der regenerativen Energien, und der M-DAX als Auferstehung der Nebenwerte.
Und nun haben wir unsere 2 Namen für das Chaos-Jahr 2008: Lehman Brothers und VW.
Das einzige, was uns noch fehlt, um einen wirklichen Boden zu bilden: Das der Markt auf schlechte Nachrichten nicht mehr negativ reagiert. Ich hatte es Ihnen immer mal wieder beschrieben.
Das ist einer der besten Turnaround-Indikatoren, die es gibt. Wenn z.B. die Autoaktien nach schlechten Zahlen nicht mehr fallen oder nur noch minimal fallen, dann ist der Turnaround der Autoaktien nicht mehr weit. Denn dann ist wirklich alles „eingepreist".