Einen Gang zurückschalten
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 3. Februar 2011, 08:30 Uhr
in extrem angespannten politischen Krisen, wie wir sie derzeit im Nahen Osten erleben, schalte ich einen Gang zurück. Zu viele Unwägbarkeiten und damit zu viel Risiko. Außerdem blicke ich dann ständig via Internet, immer mehr auch über Twitter, auf die aktuellen Geschehnisse und interessiere mich dann weniger für Dax & Co - ist schließlich auch wichtiger wie das Hin und Her der Kurse. Ich hoffe, dass Mubarak endlich seine Macht abgibt, bevor die Gewalt noch weiter eskaliert. Wie verbohrt kann ein Mensch nur sein?
Auch der Dax hat, nachdem am Vortag noch ein neues Jahreshoch markiert werden konnte, einen Gang zurückgeschaltet. Ohne die Unruhen in Ägypten hätte er sich schon weiter gen Norden absetzen können, so zeigt er Stärke, indem er trotz der Ereignisse sein hohes Kursniveau verteidigen kann.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,01% |
| Dow Jones: | +0,02% |
| EuroStoxx50 | +0,20% |
| EUR/USD: | -0,06% |
| Gold: | -0,25% |
| Silber: | -0,77% |
| Öl (Sorte Brent): | +0,89% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): den Bären das Siegen abgewöhnen!
Ich war gestern wegen einer Kindergartenfeier meiner Kleinen lange nicht im Büro, doch auch die gegenwärtige Lage in Ägypten schreckte mich vor einem Engagement ab. Am Morgen wurde noch die 7.200er-Marke geknackt und ein neues Jahreshoch markiert, doch danach ging es etwas abwärts, ohne aber Verkaufsdruck aufkommen zu lassen. Die 50er-Durchschnittslinie (blaue Linie), der auch schon an den Vortagen immer wieder eine hohe Bedeutung zugebilligt wurde, konnte einen Kursrückgang vereiteln. Vorbörslich kämpft der deutsche Leitindex nun genau mit dieser Durchschnittslinie.
Auch wenn der kurzfristige Aufwärtstrend gestern gebrochen wurde, sind die Bullen weiter am Drücker. Zum einen taugen charttechnische Signale in politischen Krisenzeiten weniger, zum anderen liegt der Dax gerade mal 50 Punkte unter seinem noch jungen Jahresbestwert. Kann die 7.200er-Marke heute erneut überwunden werden, dann gehe ich long. Kommen die Bullen bei 7.220/25 Punkten etwas ins Straucheln nehme ich zumindest Teilgewinnmitnahmen vor. Streben sie aber weiter gen Norden, dann bleibe ich investiert und gehe gleichermaßen bei 7.250 Punkten vor. Wird auch diese Hürde genommen, machen wir noch diese Woche mit der 7.300er-Marke Bekanntschaft.
Steigt der Dax nach zuvor deutlich höheren Notierungen wieder vom Berg ab, gehe ich short, sobald die 7.200er-Marke nach unten durchbrochen wird - fängt sich dort der deutsche Leitindex wieder, setze ich auf die Bullen.
Unterhalb der aktuellen Notierung richtet sich mein Augenmerk auf die Unterstützungszone um 7.150 Punkte. Dreht hier der Dax wieder nach oben, so gehe ich long. Geht es deutlich unter diese Kurszone (mindestens 7.140), werde ich eine Short-Position mit Kursziel 7.110/00 Punkte eröffnen. Hier sollten die Bullen wieder gegenhalten - dann decke ich Short-Positionen ein und gehe im Anschluss long -, sonst gewöhnen sich die Bären wieder an das Siegen und die Korrekturbewegung sollte sich dann ausweiten.
Gestriges Ergebnis: kein Trade
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Bei 7.150 und 7.200 Punkten habe ich Trade-Aktivitäten geplant.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Klaus Kuhn (03.02. 2011 10:24 Uhr):
Mubarak mag ein Fiesling sein. Aber er wurde bisher vom Westen unterstuetzt und hat fuer politische Stabilitaet gesorgt. Wenn er jetzt, wie sie es wollen, abhaut und das Chaos hinter sich laesst, waere er ein Fiesling hoch 2. Ueber das was dabei herauskommen kann, moechte ich mir garnicht nachdenken. Natuerlich, moechte ich auch nicht, dass ein Regime-Mubarak weiterhin das Volk knechtet. Aber ihn einfach zum Teufel jagen, ist sicher nicht der rechte Weg. Viele Gruesse K.Kuhn
Antworten - Kommentar von Till Kleilein (04.02. 2011 08:50 Uhr):
Das haben Sie vollkommen recht. Der Westen war froh, so einen Mann an der Spitze zu haben. Aber es geht wohl nicht anders, sonst fließt noch mehr Blut - und vom zum Teufel jagen, hatte ich auch nicht gesprochen. Beste Grüße T. Kleinlein
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