Eine zweite Chance
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 24. November 2006 07:30 Uhr
ENL5454
*** Eine zweite Chance
„Kürzlich hatte ich das Vergnügen auf einer Investment Konferenz in New Orleans vor Investoren, die unbedingt wissen wollten, ob der Rohstoffmarkt auch weiterhin explodieren wird – oder ob der Boom tatsächlich schon vorüber sei – eine Rede zu halten“, schreibt mein Freund und Rohstoffguru, Kevin Kerr.
„Seit einigen Monaten posaunen die Analysten, die Brokerhäuser und sogar die Kommentatoren auf CNBC das Ende des Rohstoffbooms heraus. Solche Reden reichen aus, dass die meisten Investoren ihr Trading-Zeug zusammenpacken und sich sagen, dass der Bullenmarkt schön war, solange er andauerte, dass es aber jetzt an der Zeit sei, weiter zu ziehen. Das ist nicht nur bedauernswert, diese Art zu denken ist insgesamt falsch.“
„Als ich bei der Konferenz meine Rede hielt, machte ich deutlich, dass wir nicht dem Ende eines Superzyklus für Rohstoffe gegenüberstehen – dass dieser vielmehr gerade erst losgeht. Und so ist es auch, wir befinden uns erst in den frühen Phasen von dem, was mit Sicherheit beispielloses Wachstum und Wertsteigerungen an diesen Märkten bringen wird.“
„Während ich sprach konnte ich sehen, dass viele Investoren sich aufrichteten und anfingen, sich Notizen zu machen – schließlich schickte ich einen wertvollen Weckruf los, für all diejenigen Investoren, die nicht schon bei der ersten Rally, die dazu führte, dass Rohstoffe durch die Bank Rekordwerte verzeichneten, mit an Bord gesprungen sind. Allein im Jahr 2006 konnten Investoren mit den Maispreisen, die zehnjährige Rekordwerte verzeichneten, mit Gold und Silber zu Rekordpreisen, Zucker und Orangensaft, der den höchsten Gewinn in 17 Jahren verzeichnete, Profite einfahren ... und die Liste ließe sich noch fortführen.“
„In den vergangenen Monaten durchliefen all diese Märkte eine normale Erholungsphase, die die Bären und die weniger Weitsichtigen in einen ‚Einbruch’ und einen ‚Rückgang bei Ressourcen’ verwandelten. Doch diejenigen unter uns, die die Märkte verstehen, können erkennen, dass es lediglich eine normale – und notwendige – Erholung ist, und nichts mehr.“
„Und wenn Sie, liebe Leser, bei der letzten Runde dieses Rohstoffbooms nicht dabei waren, dann erhalten Sie jetzt eine zweite Chance.“
*** In einem Flughafenrestaurant in Atlanta...
Ein junger Mann kauft sich ein Sandwich und setzte sich an die Bar, um es zu essen. Er war ein jung wirkender Geselle, der so aussah, als wäre er vielleicht Vertreter von IBM oder etwas in der Art, bekleidet in einem Geschäftsanzug. Es war noch früh am Morgen ... nur wenige Leute waren dort, die sich auf die Holztische verteilten. Niemand kümmerte sich um die Bar selbst. Wenn man einen Kaffee haben wollte, musste man an einen Schalter am anderen Ende des Restaurants gehen.
Da kam ein junger Mann des Weges, unrasiert und etwas unbeholfen in seiner Bekleidung und Körperhaltung. Er ging hinter den Tresen.
„Sie dürfen hier nicht sitzen“, sagte er, „Sie müssen sich an einen der Tische setzen.“
„Warum kann ich nicht hier sitzen?“ fragte der andere, „ich esse doch nur ein Sandwich, das ich hier gekauft habe.“
„Entschuldigung, aber Sie müssen sich umsetzen... so verlangt es das Gesetz.“
Der Mann setzte sich um.
Seit wann sind die Amerikaner so folgsam, fragte ich mich – so bereit auf jeden zu hören, der sie durch die Gegend schubst ... und es dann als Gesetz bezeichnet.
*** Küchenrenovierung
Oh weh, als ich aus New Orleans zurückkehrte musste ich feststellen, dass die Renovierung der Küche begonnen hatte.
Der portugiesische Maurer hatte die Schränke verschrottet ... die Spüle herausgerissen ... und die Bodenkacheln entfernt. Wo einst eine Küche war, ist jetzt ein leeres Zimmer mit einem Betonfußboden, der so aussieht wie eine Autobahn ehe sie eine neue Teerdecke bekommt. Und überall liegt Staub.
Eine Übergangsküche wurde im Esszimmer eingerichtet. Jetzt kochen wir auf einer Herdplatte und wir lagern das Geschirr in verschiedenen Kisten und in zusammengeschusterten Kartons. Nach dem Essen kommt der wirklich unangenehme Teil.
Auch dort – im Badezimmer der Jungs – haben die Portugiesen die Kacheln abgeschlagen – vom Boden und von den Wänden. Der Raum sieht aus wie eine Gefängniszelle auf Alcatraz – mit den blanken Wänden, den sichtbaren Drähten und Rohren und der Toilette in der Ecke. Edward hat entschieden, dass das auch ein guter Ort ist, an dem man die Katzentoilette aufstellen kann. Aber es war auch der Ort, an dem der Autor dieser Zeilen gestern das Geschirr abwusch.
„Benutz einfach viel Seife und sehr heißes Wasser“, lautete der Rat meiner Frau Elizabeth.
„Ich habe eine bessere Idee“, antwortete ich, „gehen wir doch einfach aus essen.“
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