Eine Wette auf einen weiter fallenden US-Dollar ist riskant
Volkmar Michler in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 28. Januar 2008 08:30 Uhr
ENL5454
Auch wenn die Leser des Wall Street Radars mit unserem Euro-Call im letzten Jahr über 64% verdient haben, sind wir derzeit zurückhaltend. Sich gegen den US-Dollar zu stellen, halten wir für gefährlich, da es bereits zaghafte Stimmen bei der EZB gibt, die von einer Zinssenkung in diesem Jahr sprechen. Das wäre den Euro ein bearisches Zeichen.
Auffällig war auch, dass der US-Dollar aufgrund der außerplanmäßigen und unerwartet deutlichen Zinssenkung der Fed nicht sehr heftig reagiert hat. Dies ist ein Zeichen dafür, dass das Abwärtspotenzial beim US-Dollar derzeit begrenzt ist. Ohne Zweifel kann der Euro noch einmal bis in den Bereich von 1,50 US$, im Extremfall vielleicht sogar bis 1,60 US$ steigen. Dann ist das Abwärtspotenzial für den US-Dollar aber wirklich ausgereizt. Sowohl die Zinspolitik der Fed als auch der EZB ist derzeit schwer zu kalkulieren, deshalb werden wir uns am Devisenpaar nicht die Finger verbrennen.
Knockout-Empfehlungen sind für uns nicht grundsätzlich tabu, wenn man eine großzügig entfernte Knockout-Barriere wählt (was uns im Fall von Apple leider nicht geholfen hat, denn die Aktie wurde trotz hervorragender Quartalszahlen, jedoch wegen eines wie üblich konservativen Ausblicks regelrecht hysterisch abgeschlachtet, und zwar von knapp 200 US$ auf bis 126 US$!) Knockouts haben im Vergleich zu Optionsscheinen den Vorteil, dass die Laufzeit nicht begrenzt ist und es daher keinen negativen Einfluss des Zeitwertverlusts hat.
Was Devisen anbelangt haben wir für den Wall Street Radar derzeit eine ganz andere Währung im Blick, die vor einer deutlichen Aufwertung steht. Hier warten wir noch auf den richtigen Einstiegszeitpunkt.
Viel Erfolg an den Börsen und gute Nerven wünscht
Volkmar Michler