Eine weitere Crashwarnung
Kay Patrick Kaymer in Wave Daily
vom 22. Januar 2007 13:00 Uhr
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An die erste Crashwarnung, das war die Warnung von Bernanke nach der Orkanwarnung, habe ich am Wochenende nun die zweite Crashwarnung gelesen. Bei so viel „Warnung“ wird man zwar vielleicht zunächst leicht kirre im Kopf, aber jede einzelne hat seine berechtigte Begründung.
Sei es die Warnung vor einem Finanzkollaps der USA seitens des US-Notenbankenpräsidenten Ben Bernanke oder aber die Orkanwarnung seitens des deutschen Wetterdienstes. Während letztere natürlich präzise und zeitnah erfolgen muss, kann der Hinweis seitens Bernanke natürlich nur ein Wink mit dem Zaunpfahl für künftige Aktivitäten der US-Regierung sein.
Experten werden vorsichtig
In dem Online-Ableger des Spiegel Magazins entdeckte ich am Samstag eine Story mit dem Titel „Experten warnen vor dem großen Crash“. In dem Artikel von Arvid Kaiser werden verschiedene Experten zitiert, die sich alle samt sicher sind, dass zumindest eine Korrektur an den die Börsen in den kommenden Monaten bevorsteht.
Allerdings sind die Skeptiker, wie ein Private Equity Manager sowie der Leiter des Researchbereiches einer Bank, derzeit noch in der Minderheit. Dabei sind die Argumente für mich durchaus nachvollziehbar und plausibel. Denn die Liquidität ist dank der expansiven Geldmengenpolitik der Notenbanken extrem angestiegen. Das hat für einen erheblichen Schub an den Börsen gesorgt, wird sich aber im laufenden Jahr abflachen.
Die Bewertungen der US-Börsen anhand von traditionellen Kennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bewegt sich derzeit nur im historischen Durchschnitt und ist deswegen nicht als günstig anzusehen. Andere alternative Bewertungskennzahlen wie das Kurs-Umsatz-Verhältnis sind hingegen auf Rekordkurs.
Weiterhin drückt natürlich der US-Immobilienmarkt auf die Konjunktur. Davon haben sich die Konsumenten anscheinend noch nicht anstecken lassen, denn die Verbraucherstimmung gemessen von der Uni Michigan hat am Freitag ein neues drei Jahreshoch erklommen. Aber solche Effekte wirken sich tendenziell auch eher langfristig aus.
Wann der Einbruch an den Börsen kommen wird, bleibt sowohl für die befragten Experten im Spiegel ebenso wie für mich noch unklar. Damit sind auch nicht Kursverluste von zwei oder drei Prozentpunkten gemeinst, sondern ein wesentlich kräftiger Rutsch.
Strategie
Was können Sie nun machen? Ich kann Ihnen nur raten bestehende Long Positionen weiterhin relativ eng abzusichern. Weiterhin können Sie einmal über langlaufende Put Optionen oder Optionsscheine nachdenken. Die Volatilität ist derzeit weiterhin sehr gering, so dass die Prämien ebenso am Boden liegen.
Betrachten Sie ein solches Engagement dann als Risikoversicherung und Eintrittskarte für einen kräftigeren Rutsch. Sie allerdings sollten definitiv nicht den Fehler begehen und bei einer solchen Position tagtäglich auf den Kurs schielen, denn zum Trading sind solche Derivate in der Regel nicht geeignet.