Eine Studie und eine spezielle Empfehlung
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Value Analyse
vom 4. März 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
*** Jahresstatistik 2009, Optionsscheine und Zertifikate.
Diese Studie der Deutschen Bank liegt gerade vor mir, auf dem virtuellen Schreibtisch.
Hier die Eckzahlen, welche ich ganz interessant fand (es geht um den gesamten deutschen Zertifikatemarkt):
Bei den Hebelprodukten („Turbos" und normale Optionsscheine) wurden 175,6 Mrd. Euro umgesetzt. Ein Minus von satten 29,9%. Rund drei Viertel dieser Umsätze fanden mit „Turbos" statt (die finde ich zumindest in der jetzigen Marktphase ohnehin interessanter als „normale" Optionsscheine).
Ende Dezember 2009 gab es in Deutschland 375.460...
...was? Bonner? Nein, das waren weniger. Es gab 375.460 börsennotierte Zertifikate und Optionsscheine. Mangelnde Auswahl deshalb wohl eher kein Problem.
(Und doch: Auf Basiswerte, die mir gefallen, gibt es oft genug kein einfaches 1:1-Zertifikat, wie bei Ethanol oder auch Uran.)
Na, ansonsten sind die Ergebnisse der Studie doch eher unspektakulär.
*** Dann noch eine ganz spezielle Empfehlung.
Gerichtet an diejenigen, welche gerade „zu viel Zeit haben". Sei es wegen Vorruhestand, Arbeitslosigkeit, Bettlägerigkeit, von Partner(in) verlassen, Rentier aufgrund guter Geldanlage...
Die Empfehlung ist ein schönes Computerspiel, mit welchem ich „ein wenig" meine Zeit veredelt (Kommentar Zeitgenossin: verschwendet) habe. Hearts of Iron III.
Ein Strategiespiel, Zweiter Weltkrieg. Und wie komplex! Für mich als Volkswirt und Historiker ein echter Leckerbissen.
Gestartet wird 1936, Sie können eine aus über 100 Nationen wählen. Die Welt ist in ca. 15.000 Provinzen aufgeteilt, jede mit spezifischen Eigenschaften (Rohstoffe, Bevölkerung, Befestigungen etc.). Sie managen Diplomatie, Außenhandel, Produktion, Armeebewegungen, Geheimprojekte, technologische Entwicklung...
Eine genaue Zielvorgabe gibt es nicht. Sie können eine der großen Nationen spielen und schauen, „was wäre wenn". Was, wenn Polen schon 1936 konsequent auf Panzerabwehrwaffen und Ausbau der Befestigungsanlagen hinter der Weichsel gesetzt hätte. Was, wenn Hitler „Operation Seelöwe" durchgezogen hätte. Was, wenn Japan statt Hawai Wladiwostok angegriffen hätte.
Doch Vorsicht, das Spiel ist wirklich komplex. Sie können für jedes Regiment einen Kommandeur festlegen, Befehlsketten beachten, Einheiten umgliedern (Division, Korps, Armee, Armeegruppe...) etc.
Wie gesagt: Eine Empfehlung für diejenigen Geschichtsinteressierten unter Ihnen, welche wirklich „zu viel Zeit haben"...
Auf mich trifft das derzeit leider ganz bestimmt nicht zu.
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
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