Eine Studie im Auftrag des ehemaligen US-Finanzminsters Paul O'Neill
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 10. Juni 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Jagadeesh Gokhale und Kent Smetters haben eine neue Definition: Nach ihrer Berechnung beträgt das "fiskalische Ungleichgewicht" der US-Bundesregierung rund 44,2 Billionen (ja, Sie haben richtig gelesen: Billionen!) Dollar. Und diese beiden Männer sind keine Nobodys. Zumindest noch nicht. Gokhale ist Senior-Berater der Federal Reserve Bank von Cleveland, und Smetters ist Professor an der University of Pennsylvania. Sie beide haben zusammen einen Bericht im Auftrag des ehemaligen US-Finanzministers Paul O'Neill verfasst – als dieser noch im Amt war und offiziell eine Politik des "starken Dollar" verfolgte.
Gokhale und Smetters definieren "fiskalisches Ungleichgewicht" so: Das ist das, was man erhält, wenn man "die aktuellen Bundesschulden nimmt, die von der Öffentlichkeit gehalten werden, und den Gegenwartswert der zukünftigen Bundesausgaben (ohne Zinsen) addiert, minus dem Gegenwartswert der zukünftigen Bundeseinnahmen." Dann erhält man diese hässliche Große Zahl, die größer ist, als die aktuelle Administration der Ausgabenfreudigen glauben möchte. "Große Zahlen wie 44,2 Billionen Dollar bedeuten den Leuten ohne Vergleich nicht viel", so Porter Stansberry. Aber er hilft uns, diese Zahl in die Perspektive zu setzen – "Bedenken Sie: Dieses 'fiskalische Ungleichgewicht' ist 10 Mal so groß wie die aktuellen US-Bundesschulden." "Um die zukünftigen Ausgaben auf die Höhe der zukünftigen Einnahmen zu begrenzen, müsste die Regierung die Steuern sofort um 68,5 % erhöhen, mit heutigem Beginn. Alternativ könnte die Regierung die Sozial- und Gesundheitsausgaben um 54,8 % kürzen – sofort und für immer."
"Es ist unwahrscheinlich, dass wir entweder so große Steuererhöhungen oder so große Sozialkürzungen in den USA sehen werden. Am wahrscheinlichsten wird gar nichts passieren. Und deshalb wird das fiskalische Ungleichgewicht der Regierung weiter wachsen. Bis 2008 wird es bei 54 Billionen Dollar liegen. Um dann noch auf ein Gleichgewicht zu kommen, müsste man die Steuern um 73,7 % erhöhen."