Eine Seitwärtsbewegung ist eine Seitwärtsbewegung ist eine Seitwärtsbewegung
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 05. Januar 2007 18:00 Uhr
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Ja, holla! Gestern habe ich noch so zu mir gedacht: „Wahnsinn, ist der Nasdaq100 stark! Wenn der Nasdaq100 sich derart deutlich besser entwickelt, als die anderen Indizes, dann ist das sehr oft ein Zeichen dafür, dass eine stärkere Aufwärtsbewegung folgt. Allerdings sollte diese Stärke dann über einige Tage anhalten. Wäre der gestrige Tag also eine gute Chance gewesen, einzusteigen? Ich war noch etwas zögerlich, denn es gibt eine Regel, die man wie folgt umschreiben kann:
Eine Seitwärtsbewegung ist eine Seitwärtsbewegung ist eine Seitwärtsbewegung.
Soll heißen: Seitwärtsbewegungen haben es so an sich, länger zu dauern als man denkt. Gerade als Anfänger ist man versucht, bei solchen Seitwärtsbewegung auf einen möglichen Ausbruch zu traden! Das ist ein typischer Fehler. Doch selbst mit einiger Erfahrung fällt es wirklich schwer auf den Fortgang einer Seitwärtsbewegung zu traden, zu oft sieht es einfach nach einem Ausbruch aus.
Und so denkt der geneigte Trader: „Das muss doch endlich jetzt mal ausbrechen!“ Und? Es tut es nicht. Dabei ist eine Seitwärtsbewegung im Prinzip ganz simpel zu traden. Man geht oben short (setzt auf fallende Kurse) und geht unten Long (setzt also auf steigende Kurse). Dichten Stopp drunter und gut ist. Geht es zu sehr über eine der Linien, greift der Stopp. So passiert einem auch wenig, wenn es zu einem Fehlausbruch kommt. Erkennt man den Fehlausbruch, steigt man wieder ein, denn nach einem Fehlausbruch ist das Erreichen der gegenüber liegenden Linie vergleichsweise sicher.
Um nicht allzusehr ins Blaue hineinzureden, hier die Seitwärtsbewegung von der ich rede: Es geht um den Nasdaq Future:
Seit dem 13. November hält sich der Nasdaq Future bereits in dieser Seitwärtsbewegung auf. Und ganz typisch für Seitwärtsbewegungen sind die Fehlausbrüche. Und genau diese sind es, die dem Trader das Leben zur Hölle machen. Am 21-25 November war noch nicht zu erkennen, dass es eine Seitwärtsbewegung war. Aber am 15 Dezember war die Seitwärtsbewegung schon mehr als deutlich. Im Anschluss kam zu einem „idealtypischen Ausbruch“.
Idealtypisch deswegen, weil sich ein Gap up (Aufwärtslücke im Chart) bildete. Das ist in den allermeisten Fällen ein Hinweis darauf, dass die Seitwärtsbewegung ein Ende gefunden hat. Nun sind die Amis wahre Gapschlussfanatiker und so verwunderte es zunächst nicht, dass das Gap wieder geschlossen wurde.
Der Fehlausbruch führt zu Kursverlusten
Als der Kurs dann jedoch zu weit in die Seitwärtsbewegung hinein lief, war es fast logisch, dass er auch bis zur unteren Linie laufen würde. Der idealtypische Ausbruch stellte sich somit als Fehlausbruch dar, die Bullen kapitulierten. All die, die auf den Ausbruch getradet hatten, mussten nach und nach ihre Positionen auflösen.
Unten an dieser Linie „hätte“ man dann wieder Long gehen können. Aber wer macht das schon vor Weihnachten im Future?
Naja und jetzt? Bricht er aus oder nicht?
Das ist die typische Frage, die immer wieder auftaucht. Bei einer Seitwärtsbewegung wird, wie gesagt, sofern keine wirklich überzeugenden Gründe vorliegen, immer auf den Fortgang der Seitwärtsbewegung getradet. Also tatsächlich short gehen. Nach so einem Anstieg braucht man dazu natürlich Nerven. Ich glaube fast jeder hätte gestern mit einem Ausbruch gerechnet. Ich schrieb gestern mit einem Grinsen im Gesicht zu einem Kollegen: „Und, würdest Du Dich jetzt trauen, short zu gehen?
Und tatsächlich, über Nacht kam eine unerwartete Umsatz- und Gewinnwarnung von Motorola, die japanische Börse knickte ein und der Chart entwickelte sich wie folgt:
Denken Sie bei Seitwärtsbewegungen immer daran: Ein wirklicher Ausbruch geschieht nur einmal, aber bis dahin läuft der Kurs oft unzählige Male in dieser Range hin und her. Mit anderen Worten: Die Wahrscheinlichkeit steht auf lange Sicht gesehen immer auf Ihrer Seite, wenn Sie auf den Fortbestand bei Seitwärtsbewegungen setzten.
Auch wenn Sie bei jedem einzelnen Trade nicht den Hauch eines Schimmers haben, ob ausgerechnet jetzt der Ausbruch erfolgt. Denn jede Seitwärtsbewegung findet irgendwann auch einmal ein Ende, warum nicht gerade dann, wenn Sie darauf traden wollen...
US-Arbeitsmarktdaten sind entscheidend
Für diesen Nasdaq100 Future kommt es jetzt auf die Arbeitsmarktdaten an. Je nachdem, was hier für Nachrichten kommen, wird der Kurs in dieser Seitwärtsbewegung wieder nach unten laufen, oder aber es erfolgt der Ausbruch nach oben.
Wäre man an der oberen Linie eingestiegen, könnte man nun einen sicheren Stopp platzieren, auch wenn das vor Konjunkturdaten immer gefährlich ist. Schließlich haben wir gerade in dieser Woche gesehen, dass die erste oft impuslive Bewegung oft die Falsche ist.
Wenn man etwas erfahrener ist und über Konjunkturdaten in Realtime verfügt, kann man den Stopp weglassen und entsprechend reagieren. Dann sollte man sich aber im Vorfeld einen genauen Szenarioplan überlegen. Was passiert, wenn die Konjunkturdaten besser, schlechter oder in den Erwartungen ausfallen.
Aber, heikel ist es auch dann allemal.
Okay, nun sind es noch wenige Minuten. Schauen wir uns das Theater an und hoffen auf eine volatile Entwicklung, so dass sich gute Intraday-Aus/Einstiegskurse ergeben.

