Eine Schweizer Bank für Digitale Daten
Markus Miller in Kapital & Steuern Global zum Thema Kapitalschutz
vom 5. Juni 2008, 16:00 Uhr
Im letzten Kapital & Steuern GLOBAL Newsletter vom Dienstag habe ich Ihnen ja einmal einen kurzen Ausblick auf die Bankplätze Schweiz und Vereinigte Arabische Emirate geliefert.
Die Schweiz ist für mich nach wie vor der Bankplatz Nr. 1 für Ihre Vermögenswerte und Geldanlagen innerhalb Europas. Aber haben Sie schon einmal von einer Bank für digitale Vermögenswerte gehört?
Was bedeutet Immaterielles Vermögensmanagement?
Gerade dem Management von immateriellen Vermögenswerten und dessen Strukturierung und Steuerung wird künftig eine bedeutende Aufgabe im Vermögensmanagement zukommen. Ihr immaterielles Vermögen - auch ungegenständliches Vermögen genannt - beinhaltet beispielsweise Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen, Firmenwerte, Patente oder geleistete Anzahlungen. Es können dabei erhebliche Werte in immateriellen Gütern stecken.
Marken können mehr Wert sein als ganze Firmen
Auch das Warenzeichen oder die Markenrechte von Unternehmen oder Privatpersonen fallen unter das immaterielle Vermögen, daher auch der Begriff ungegenständlich. Handelt es sich beispielsweise um ein renommiertes und gut eingeführtes Unternehmen mit Markenprodukten, dann kann man diesen immateriellen Unternehmenswert gar nicht hoch genug schätzen, wie beispielsweise die Markenwerte CocaCola oder Microsoft.
Der Schutz dieser Immateriellen Vermögenswerte wird auch für Sie als Privatinvestor zunehmend wichtiger. Gerade über Gesellschaftsrechtliche Strukturen wie wir diese im Rahmen von Kapital & Steuern vertraulich immer wieder praxisnah vorstellen, lassen sich diese Werte steuern und schützen.
Digitale Daten sind auch Immaterielle Vermögenswerte
Vor kurzem bin ich auf eine interessante Möglichkeit gestoßen im Rahmen meiner Recherchen für Kapital & Steuern vertraulich, welche ich Ihnen hier vorstellen möchte. Bei einem Dienstleistungsunternehmen mit dem Namen "Gigabank" können Sie beispielsweise Ihre digitalen Daten in der Schweiz sichern.
Ein "digitales Schließfach" soll dabei höchste Sicherheit und Privatsphäre für Ihre persönliche Datensicherung bieten. Ich muss jetzt dazusagen, inwieweit dies technisch natürlich wirklich absolut sicher ist, muss jeder einzelne von Ihnen in seinen Risikoüberlegungen selbst kalkulieren, ebenso fehlt mir natürlich dazu auch das detaillierte technische "Tiefenwissen". Aber ich finde das Konzept und die Überlegungen aus Risikomanagementgesichtspunkten sehr interessant.
Wer oder was ist nun diese "Gigabank"?
Die "Gigabank" ist natürlich keine Bank für Finanzdienstleistungen im eigentlichen Sinne, sondern eher so etwas wie eine Samenbank nur eben nicht für Spermien, sondern für Digitale Daten. Die "Gigabank" ist ein Produkt der Münchner Firma FAST LTA und soll eine hochsichere und vertrauliche Lösung zur Aufbewahrung digitaler Daten sein. Über eine Windows-Software können per Mouseklick oder automatisch neue Dateien in die "Schweizer Bank für digitale Daten" - wie sich das Unternehmen selbst bezeichnet - geschickt und wieder abgerufen werden. Zudem steht ein komfortabler, gesicherter Online-Zugang zur Verfügung. Bei der Anmeldung bekommt jeder Kunde 1 GB (Gigabyte) Speicherplatz geschenkt. Näheres finden Sie im Internet über die sehr ansprechend, einleuchtend und gut gemachte Website: gigabank.de
Sie können also dadurch eine sichere Langzeitspeicherung Ihrer Immateriellen Werte wie digitale Fotos, Office Dateien / Dokumente, Videos, Filme, Musikdateien, sowie eine Datenarchivierung unabhängig von der Lebensdauer verschiedener Datenträger und Speichermedien machen. Denken Sie aber daran, die Sicherheit ist immer relativ und Sie vertrauen natürlich auf das Angebot, die Seriosität und Kompetenz dieses Anbieters!
Digitaler Datenverlust ist ein großes Risiko für jeden von uns!
Ein berühmtes Beispiel ist die US Raumfahrtbehörde NASA. Sie "verlor" in den 1990er Jahren die Daten der Saturnmission der Raumsonde Pioneer. Trotz Speicherung auf verschiedenen Datenträgertypen sind die Weltraumdaten wertlos - es gibt keine passenden Lesegeräte mehr. Warum man diese allerdings nicht nachbauen konnte ist mir ein Rätsel.
Eine ähnliche Erfahrung musste auch das von Bill Gates gegründete Corbis-Bildarchiv machen. Das mehr als 80 Millionen Fotos umfassende Archiv verlor einige davon 1998 unwiederbringlich aufgrund fehlerhafter Speichermedien.
Aber auch im privaten Bereich ist Datenverlust an der Tagesordnung
Die letzte Studie des Beratungsunternehmens Gartner zeigt beispielsweise, dass fast jedes zehnte Notebook Opfer der Diebe und jeder fünfte Laptop durch den Eigentümer selbst verloren wird. Auch wenn Sie regelmäßig Datensicherungen machen, können Sie eines Tages eine böse Überraschung erleben.
Studien belegen beispielsweise, dass selbst gebrannte CDs auch bei optimaler Lagerung schon nach einem halben Jahrzehnt einen Teil ihrer Daten verlieren. Es genügen bereits Korrosionsschäden, Verfärbungen oder wenige Kratzer, um sie unlesbar zu machen. Auch bei sorgfältiger Aufbewahrung muss man bereits nach einem Jahr mit Datenverlusten rechnen.
Auch in diesem Bereich zählt für mich: Diversifikation!
So wie Sie nicht Ihr ganzes Geld nur in eine Aktie investieren, sollten Sie Ihre wichtigen Daten auch nicht nur an einem Ort oder auf einem Datenträger oder Datenmedium verwahren. Legen Sie auch in diesem Bereich nicht alle Eier in einen Korb, sondern streuen und sichern Sie Ihre Werte auf mehreren Dimensionen ab. Genauso wie Sie es - hoffentlich - im Bereich Ihrer Wertpapierdepots machen. Diese Mehrdimensionale Vorgehensweise im Segment Ihres Finanz- und Kapitalvermögens finden Sie übrigens in meinem Buch "Geopolitische Vermögenssteuerung".
Sie wissen ja: "Das Steuern ist wichtiger als die Steuern"!
Ihr Markus Miller
Markus Miller führt und koordiniert ein Internationales Netzwerk an deutschsprachigen Spezialisten für Vermögens-, Steuer- und Rechtsfragen aus den Bereichen Banken, Versicherung, Steuerberatung, Treuhand, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung.
Mehr von Markus Miller finden Sie hier: Kapital & Steuern vertraulich.