Eine Sache, die in Nicaragua gut läuft
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 13. Januar 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Ich bin gerade in Nicaragua. Als ich ankam, da war direkt eine Besuchergruppe bei meinem Haus. Wir hatten ein gemütliches Abendessen auf der Terrasse...die Tische mit Blick auf den Ozean. Um 18 Uhr war es dunkel. Vollmond im Osten. Vorher war es windig gewesen, aber der Wind war bis auf eine angenehme Brise weggegangen.
Joselito brachte seine Gitarre.
"Besame. Besame mucho..."
"Sie müssen es hier lieben", sagte eine junge Frau. Das ist der schönste Ort der Welt, nicht wahr?"
Am nächsten Tag schauten wir uns die Anlage hier in Nicaragua an.
In den USA hatte der Immobilienmarkt einen harten Schlag hinnehmen müssen. Das hat auch Bauprojekte in Lateinamerika und der Karibik hart getroffen. Besonders in Nicaragua, wo der Präsident Daniel Ortega ausländische Investitionen erschwert hat.
"Ich denke, er wird paranoid", berichtete mir mein lokaler Kontakt. Er will nirgendwo mehr hingehen. Und wenn er ausgeht, dann nur mit sehr vielen Bodyguards. Er hat Sorge, dass ihn jemand umbringen möchte."
Aber Ortega oder kein Ortega...Immobilien-Boom oder nicht...Rancho Santana boomt. Es gibt einen neuen Pool beim Club-Haus und ein neues Club-Haus wird schon gebaut. Neue Bungalows. Neue Gebäude aus massivem Holz. Ein Team von 250 Arbeitern...einige arbeiten Tag und Nacht.
Was geht da vor sich?
"Das ist das einzige Projekt in Nicaragua, das sich immer noch gut entwickelt", erklärte mir ein Verkäufer. Das ist praktisch das einzige Projekt in Südamerika, welches noch solvent ist. An der Küste sind einige Pleite gegangen. Bei einem gab es nur noch einen Bewohner. Die Besitzer versuchten ihn telefonisch zu erreichen. Aber er packte zusammen und verließ das Land..."
Und das ist nicht ungewöhnlich. Diese Leute haben in den Boom-Jahren gut verkauft. Dann, als es abwärts ging, hatten sie nicht mehr genug Geld, um die Projekte abzuschließen. Viele Käufer saßen auf unvollendeten Anlagen."
Das Entwickeln von solchen Projekten ist harte Arbeit, auch in guten Zeiten. Und die Projektentwickler sind normalerweise dumme Menschen. Wenn nicht sogar kriminell. Entweder sind sie Träumer, die in ihre eigenen Projekte investieren. Oder es sind welche, die mit einem Schneeballsystem arbeiten und das Geld nehmen. Die Träumer gehen in harten Zeiten Pleite. Die anderen fliehen aus dem Land."
"Man braucht einen seriösen Projektentwickler. Einen, der einen durch den kompletten Zyklus begleitet. Einen mit genug Geld zum Überleben. Und einen mit genug Integrität, das zu tun, was er versprochen hat. Leider gibt es nicht viele von denen. Nicht hier."
"Sie können jetzt hier sehr günstig Immobilien kaufen. Aber Sie müssen vorsichtig sein."