Eine Möglichkeit, ein Fondsdepot aufzubauen...
Alexander Hahn in Investoren Wissen zum Thema Rohstoffe
vom 26. August 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
vor gar nicht langer Zeit fragte mich ein guter Bekannter, wie ich vorgehen würde, wenn ich ein Fondsdepot aufbauen müsste.
Er hatte etwas geerbt, ihm fehlte jedoch die Zeit, täglich aktiv zu traden, und er wollte das Geld erst einmal strategisch geschickt investieren, ohne eine allzu große Volatilität.
Die finanzielle Absicherung (Edelmetalle, etc.) hat er bereits für sich durchgeführt, so dass er mit dem Restbetrag in herkömmliche Fonds, ETFs und Zertifikate gehen wollte.
Wie könnte man also vorgehen? Sämtliche "Berater" (d.h. Verkäufer) kamen für ihn nicht in Frage, da er selbst die Fäden in der Hand halten wollte.
Ich machte mir also ein paar Gedanken und stellte ihm dann die ersten Fragen, wie z.B.
- Welcher Anlagezeitraum ist beabsichtigt?
- Wie soll die Zielrendite pro Jahr aussehen?
- Wie hoch darf die Volatilität maximal sein?
- Soll auch regelmäßiges Fondssparen betrieben werden oder das Depot durch Einmalzahlungen aufgebaut werden?
- Sollen Ausschüttungen erfolgen oder direkt wieder investiert werden?
In seinem Fall erhielt ich die folgenden Antworten:
- 10 Jahre
- 8%-12% p.a. (annualisiert nach 10 Jahren)
- Möglichst niedrig
- Nein
- Reinvestieren
Natürlich bin ich kein Anlageberater, aber den ein oder anderen strategischen Tipp unter Freunden gibt man sich natürlich gerne.
In den folgenden Abschnitten (und in der morgigen Ausgabe von Investoren Wissen) schildere ich daher einmal grob, wie ich bei einer solchen Aufgabe vorgehen und worauf ich achten würde.
Natürlich führen hier sehr viele Wege nach Rom und die Variante, die ich hier ein wenig ausführe, ist lediglich eine Möglichkeit unter vielen. Auch muss sich diese Variante nicht für jeden eignen, da sie im Vergleich zu vielen anderen Ansätzen in einigen Punkten doch recht aktiv gemanaged ist.
Schritt #1: Auswahl und Gewichtung der Asset-Klassen
"Schritt #0" ist ja bereits erfolgt, indem ein paar wichtige Rahmenfragen geklärt wurden (siehe die Beispielfragen oben). Zeit also für Schritt #1, die Gewichtung der einzelnen Asset-Klassen.
Ich entferne mich an dieser Stelle einmal ein wenig von den obigen Angaben meines Bekannten und gehe für die folgenden Ausführungen der rechnerischen Einfachheit halber einmal von einem Startvolumen von 100.000 EUR aus.
Welche Asset-Klassen sind also interessant?
Da das Depot sowohl long als auch short arbeiten darf, schließe ich keine Asset-Klasse im Vorfeld aus. Viel mehr stellt sich lediglich die Frage der Gewichtung und des Zeithorizonts.
Die späteren Depotpositionen teile ich in zwei Kategorien auf
- langfristig (mehrere Jahre)
- kurz- und mittelfristig (Wochen bis einige Monate)
Zwischen diesen beiden Mitteln führte ich eine Teilung durch, so dass 70% des Portfolios für längerfristige Investments und 30% des Portfolios für kurz- und mittelfristige Positionen zur Verfügung stehen.
(Fortsetzung morgen hier an dieser Stelle bei Investoren Wissen)
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